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title: "Die Grenze zwischen natürlichem Altern und Krankheit: Körpersignale, die man nicht ignorieren darf"
locale: de
category: knowledge_base
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author: "injoys"
source_url: https://injoys.com/en/articles/normal-aging-vs-disease-warning-signs
published_at: 2026-08-29T09:44:36+09:00
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# Die Grenze zwischen natürlichem Altern und Krankheit: Körpersignale, die man nicht ignorieren darf

> Mit zunehmendem Alter können sich Funktionen allmählich verändern. Anhaltende Schmerzen oder ein plötzlicher Funktionsverlust dürfen jedoch nicht als normales Altern betrachtet werden. Achten Sie darauf, wann die Symptome begonnen haben, wie sie sich verändern und wie sie den Alltag beeinträchtigen, und suchen Sie bei Warnsignalen rechtzeitig ärztliche Hilfe.

## Key Points

- Normales Altern schreitet meist allmählich voran. Bei plötzlichen oder sich schnell verschlechternden Veränderungen sollten zunächst Krankheiten oder Nebenwirkungen von Medikamenten abgeklärt werden.
- Wenn Schmerzen, Probleme beim Wasserlassen, eine Verschlechterung der Sehkraft oder Gedächtnisveränderungen den Alltag beeinträchtigen, sollten Sie dies nicht einfach dem Alter zuschreiben, sondern untersuchen lassen.
- Plötzliche Lähmungen, Sprachstörungen oder Sehverlust, starke Brustschmerzen oder Atemnot sowie akute Verwirrtheit sind Warnsignale, bei denen sofort medizinische Notfallhilfe erforderlich ist.
- Neben Bewegung, Ernährung, Schlaf und sozialen Kontakten sind die Überprüfung der eingenommenen Medikamente, die Kontrolle des Sturzrisikos und ein individueller Vorsorgeplan entscheidend für gesundes Altern.

Altern ist keine Krankheit, sondern ein biologischer Prozess, bei dem sich die körperlichen Reserven und die Erholungsgeschwindigkeit im Laufe der Zeit verändern. Doch nicht alle Probleme, die das tägliche Leben einschränken – etwa Schmerzen, Inkontinenz, Sehverlust oder eine starke Verschlechterung des Gedächtnisses –, sind unvermeidliche Folgen des Alterns.

Entscheidend ist nicht das Alter an sich, sondern **wie plötzlich die Symptome aufgetreten sind, ob sie sich weiter verschlimmern und ob sie die Alltagsfunktionen beeinträchtigen**. Anhand der Symptome allein lässt sich die Ursache nicht eindeutig feststellen. Diese Kriterien helfen jedoch bei der Entscheidung, wann Beobachtung genügt und wann ärztliche Hilfe erforderlich ist.

## Wie unterscheiden sich normales Altern und Krankheit?

Beim normalen Altern gibt es große individuelle Unterschiede, doch Veränderungen treten in der Regel allmählich auf. Krankheiten, Infektionen, Ernährungsprobleme oder Nebenwirkungen von Medikamenten können dagegen neue Symptome oder einen vergleichsweise raschen Funktionsverlust verursachen.

Die folgende Tabelle enthält keine Diagnosekriterien, sondern dient als Vergleich, um die Notwendigkeit einer ärztlichen Untersuchung einzuschätzen.

| Bereich | Veränderungen, die im Alterungsprozess auftreten können | Veränderungen, deren Ursache ärztlich abgeklärt werden sollte |
|---|---|---|
| Muskeln und Bewegung | Muskelmasse und Schnellkraft nehmen allmählich ab, die Erholung dauert länger | Plötzlicher Kraftverlust, wiederholte Stürze, Schwäche eines Arms oder Beins, Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Gehen |
| Gelenke und Schultern | Zu Beginn einer Aktivität kann leichte Steifheit auftreten | Anhaltende Schmerzen, Schwellung oder Überwärmung, nächtliche Schmerzen, Blockieren eines Gelenks, so starke Einschränkung der Schulter, dass Anziehen oder Haarekämmen schwerfällt |
| Gedächtnis | Namen oder Wörter fallen nicht sofort ein, werden aber später erinnert | Wiederholen derselben Fragen, Verirren auf vertrauten Wegen, Schwierigkeiten bei der Verwaltung von Medikamenten und Geld oder bei der Essensversorgung |
| Sehvermögen | Altersweitsichtigkeit mit Schwierigkeiten, nahe Schrift scharf zu sehen | Verschwommenes Sehen, verzerrte gerade Linien, nachlassendes Sehvermögen auf einem Auge, zunehmende Lichtblitze oder Glaskörpertrübungen, ein wie von einem Vorhang verdecktes Sichtfeld |
| Wasserlassen | Das Muster des Wasserlassens kann sich gegenüber früher verändern | Schmerzen, Blut im Urin, Unfähigkeit zum Wasserlassen, wiederholte Inkontinenz, plötzlich häufiges Wasserlassen, Fieber und Flankenschmerzen |
| Stimmung und Schlaf | Vorübergehende Traurigkeit oder Veränderungen des Schlafrhythmus infolge von Lebensveränderungen | Anhaltende depressive Stimmung, Interessenverlust, schwere Schlaflosigkeit, Gedanken an Selbstverletzung, wiederholte Atemaussetzer im Schlaf |
| Müdigkeit und Gewicht | Die Erholung nach Aktivitäten kann länger dauern | Unerklärlicher Gewichtsverlust, anhaltende extreme Müdigkeit, Fieber, Appetitlosigkeit, Symptome mit Verdacht auf Blutarmut |

Auch Schmerzen treten nicht zwangsläufig mit zunehmendem Alter auf. Da es viele mögliche Ursachen gibt, darunter Arthritis, Sehnenschäden, Nervenkompression, Entzündungen und Knochenbrüche, ist bei anhaltenden oder die Funktion einschränkenden Schmerzen eine Abklärung erforderlich.

## Warnzeichen, bei denen sofort Hilfe erforderlich ist

Bei den folgenden Symptomen sollten Sie nicht bis zur nächsten Routineuntersuchung warten, sondern unverzüglich den örtlichen Rettungsdienst kontaktieren.

- Plötzliches Herabhängen einer Gesichtshälfte oder plötzliche Schwäche eines Arms oder Beins
- Plötzliche Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen, starker Gleichgewichtsverlust oder ungewöhnlich heftige Kopfschmerzen
- Plötzlicher Sehverlust oder ein verdecktes Sichtfeld
- Starke Brustschmerzen, Atemnot, Zyanose, Ohnmacht oder Druckgefühl mit kaltem Schweiß
- Akute Verwirrtheit, bei der Personen oder Orte plötzlich nicht mehr erkannt werden
- Wiederholtes Erbrechen, starke Schläfrigkeit oder Bewusstseinsveränderungen nach einer Kopfverletzung sowie Kopfverletzungen während der Einnahme von Blutverdünnern
- Starke Blutungen, schwarzer Stuhl oder Bluterbrechen
- Vollständiges Ausbleiben der Urinausscheidung bei starken Unterbauchschmerzen
- Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid oder ein konkreter Plan dazu

Akute Verwirrtheit ist nicht dasselbe wie Demenz. Bei plötzlich auftretender Verwirrtheit müssen mögliche Ursachen eines Delirs, etwa Infektionen, Flüssigkeitsmangel, Medikamente oder Stoffwechselstörungen, rasch abgeklärt werden. Lassen Sie sich die konkreten Beurteilungskriterien vom medizinischen Fachpersonal erläutern.

## Symptome, die häufig fälschlich dem Alter zugeschrieben werden

### Gelenkschmerzen und eingeschränkte Schulterbeweglichkeit

Allein aufgrund von Geräuschen im Knie lässt sich keine Arthritis diagnostizieren. Bei Schmerzen, Schwellungen oder Instabilität sowie bei Schwierigkeiten mit Treppensteigen und Gehen ist jedoch eine ärztliche Untersuchung erforderlich. Schulterschmerzen und ein eingeschränkter Bewegungsumfang können verschiedene Ursachen haben, darunter eine adhäsive Kapsulitis, Erkrankungen der Rotatorenmanschette oder Arthritis.

Wer trotz Schmerzen uneingeschränkt immer wieder Treppen steigt oder Kniebeugen macht, kann die Beschwerden je nach Zustand verschlimmern. Intensität und Bewegungsabläufe des Trainings müssen an die aktuelle Funktionsfähigkeit und Erkrankung angepasst werden.

### Kraftverlust und Stürze

Muskelmasse und Muskelkraft können mit zunehmendem Alter abnehmen. Werden jedoch Aufstehen, Gehen oder das Heben von Gegenständen deutlich schwieriger, kann dies mit Sarkopenie, neurologischen Erkrankungen, Blutarmut, Mangelernährung oder Medikamentenwirkungen zusammenhängen.

Ein Sturz kann mehr als ein einfacher Fehltritt sein und aus dem Zusammenspiel von Sehvermögen, Gleichgewicht, Muskelkraft, Blutdruck, Schuhen, Wohnumgebung und eingenommenen Medikamenten entstehen. Bei wiederholten Stürzen oder Beinahe-Stürzen ist eine Ursachenabklärung erforderlich.

### Osteoporose und Knochenbrüche

Osteoporose kann bis zum Auftreten eines Knochenbruchs ohne besondere Schmerzen verlaufen. Wenn die Körpergröße abnimmt, sich der Rücken krümmt oder nach einer leichten Einwirkung Schmerzen im Rücken, in der Lendenwirbelsäule oder in der Hüfte auftreten, ist eine Abklärung erforderlich, die auch Wirbelkörperkompressionsfrakturen berücksichtigt.

Für wen eine Knochendichtemessung infrage kommt, hängt unter anderem von Geschlecht, Alter, Menopausenstatus, früheren Knochenbrüchen, familiärer Vorbelastung, Gewicht, Rauchen und Alkoholkonsum sowie der Einnahme von Steroiden ab. Am sichersten ist es, die nationalen Vorsorgerichtlinien und das persönliche Risiko mit medizinischem Fachpersonal zu klären.

### Verschwommenes Sehen und Augenerkrankungen

Altersweitsichtigkeit, bei der nahe Schrift unscharf erscheint, und der Graue Star, bei dem sich die Augenlinse eintrübt, sind unterschiedliche Probleme. Bei verschwommenem Sehen, starker Blendempfindlichkeit oder Lichthöfen kann unter anderem auf Grauen Star untersucht werden. Erscheinen gerade Linien verzerrt oder wird das zentrale Sichtfeld dunkler, kann eine Makulaerkrankung vermutet werden.

Wenn plötzlich vermehrt Glaskörpertrübungen oder Lichtblitze auftreten und das Sichtfeld wie von einem Vorhang verdeckt wird, kann ein Netzhautproblem vorliegen. In diesem Fall ist dringend eine augenärztliche Untersuchung erforderlich.

### Gedächtnisveränderungen und Demenz

Wer gelegentlich einen Termin vergisst und sich später selbst daran erinnert, hat deshalb nicht automatisch eine Demenz. Wichtiger ist, ob die Gedächtnisveränderungen die selbstständige Lebensführung beeinträchtigen.

Wenn die folgenden Veränderungen wiederholt auftreten, sollten Sie eine Abklärung erwägen.

- Dieselben Fragen oder Geschichten werden in kurzen Abständen wiederholt
- Vertraute Abläufe beim Kochen, Bezahlen oder Einnehmen von Medikamenten fallen schwer
- Zeit und Ort werden häufig verwechselt
- Persönlichkeit oder Urteilsvermögen verändern sich deutlich
- Familienangehörige bemerken die Veränderung zuerst

Symptome, die einer kognitiven Beeinträchtigung ähneln, können auch bei Depressionen, Schlafstörungen, Schilddrüsenerkrankungen, Hörminderung, Vitaminmangel oder durch Medikamente auftreten. Eine frühzeitige Abklärung dient nicht nur dazu, eine Demenz festzustellen, sondern auch dazu, behandelbare oder korrigierbare Ursachen zu finden.

### Störungen beim Wasserlassen

Häufiges Wasserlassen, nächtlicher Harndrang, plötzlicher starker Harndrang, Inkontinenz und ein schwacher Harnstrahl sind zwar verbreitet, aber nicht automatisch normal. Harnwegsinfektionen, Prostataerkrankungen, eine überaktive Blase, eine verminderte Beckenbodenfunktion, Diabetes, neurologische Erkrankungen oder Medikamente können dazu beitragen.

Bei Blut im Urin, Schmerzen, Fieber, wiederholten Infektionen oder fehlender Urinausscheidung sollte die ärztliche Untersuchung nicht aufgeschoben werden. Eine willkürliche Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr kann Flüssigkeitsmangel oder Verstopfung verschlimmern. Beschränken Sie sie daher nicht drastisch, ohne zuvor die Ursache abzuklären.

### Nachlassende Nierenfunktion

Eine chronische Nierenerkrankung kann im Frühstadium ohne eindeutige Symptome verlaufen und lässt sich daher anhand von Müdigkeit oder Ödemen allein nur schwer beurteilen. Zur Abklärung werden die glomeruläre Filtrationsrate im Blut und der Albumingehalt im Urin bestimmt.

Wenn Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, eine familiäre Vorbelastung für Nierenerkrankungen oder eine frühere akute Nierenschädigung vorliegen, sollten Sie die Untersuchungsintervalle mit medizinischem Fachpersonal besprechen. Lassen Sie sich die Kriterien zur Beurteilung der Untersuchungsergebnisse erläutern. Dabei werden der anhaltende Verlauf und weitere Befunde gemeinsam berücksichtigt.

### Verdauungsbeschwerden und unerklärlicher Gewichtsverlust

Bevor eine schwächere Verdauung auf das Alter zurückgeführt wird, sollte geprüft werden, ob Schluckbeschwerden, anhaltende Bauchschmerzen, wiederholtes Erbrechen, Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhl, Blutarmut oder unerklärlicher Gewichtsverlust vorliegen. Diese Veränderungen können viele Ursachen haben, von Geschwüren, Nebenwirkungen von Medikamenten und Ernährungsproblemen bis hin zu Tumoren, und müssen daher untersucht werden.

## Das Dokumentieren von Symptomen verbessert die Genauigkeit der Untersuchung

Wenn Sie Ihre Symptome vor dem Arztbesuch strukturiert dokumentieren, hilft dies besser als vage Beschreibungen, die möglichen Ursachen einzugrenzen.

1. **Beginn:** Notieren Sie, ob die Symptome plötzlich oder allmählich aufgetreten sind.
2. **Dauer und Häufigkeit:** Halten Sie fest, ob sie anhalten oder zu bestimmten Zeiten beziehungsweise nach bestimmten Aktivitäten auftreten.
3. **Verstärkende und lindernde Faktoren:** Prüfen Sie, ob ein Zusammenhang mit Mahlzeiten, Bewegung, Körperhaltung, Schlaf oder Wasserlassen besteht.
4. **Funktionsveränderungen:** Notieren Sie die Auswirkungen auf Gehen, Baden, Anziehen, Kochen, Autofahren und die Verwaltung von Medikamenten.
5. **Begleitsymptome:** Achten Sie auf Fieber, Schwellungen, Gewichtsveränderungen, Blutungen, Atemnot oder vermindertes Empfindungsvermögen.
6. **Eingenommene Präparate:** Erstellen Sie eine Liste, die neben verschreibungspflichtigen Medikamenten auch rezeptfreie Arzneimittel, Schlafmittel, Schmerzmittel und Nahrungsergänzungsmittel umfasst.

Dokumentieren Sie nicht nur Messwerte wie Schmerzstärke oder Blutdruck, sondern auch, welche zuvor möglichen Aktivitäten Sie nicht mehr ausführen können.

## Leicht übersehene Ursachen: Medikamente und nachlassende Sinnesleistungen

Veränderungen, die wie Alterungserscheinungen wirken, können auch durch Medikamente verursacht werden. Schlafmittel, bestimmte Antihistaminika, Medikamente mit beruhigender Wirkung, Blutdrucksenker und Schmerzmittel können Schwindel, Schläfrigkeit, Verstopfung, Probleme beim Wasserlassen, Stürze oder Verwirrtheit begünstigen.

Wenn Sie Verschreibungen von mehreren medizinischen Einrichtungen erhalten, sollten Sie Ihre vollständige Medikamentenliste regelmäßig an einer Stelle überprüfen lassen. Auch wenn Nebenwirkungen vermutet werden, kann das eigenmächtige Absetzen verschreibungspflichtiger Medikamente gefährlich sein. Sprechen Sie daher zuerst mit dem behandelnden medizinischen Fachpersonal oder einem Apotheker.

Auch eine Verschlechterung des Hör- und Sehvermögens kann wie Gesprächsvermeidung, kognitive Beeinträchtigung oder ein Gleichgewichtsproblem wirken. Bei Funktionsveränderungen sollten neben Untersuchungen auf Krankheiten auch die Sinnesfunktionen überprüft werden.

## Lebensführung für gesundes Altern

### Bewegung sollte Ausdauer, Kraft und Gleichgewicht verbinden

Kombinieren Sie im Rahmen Ihrer Möglichkeiten Ausdaueraktivitäten wie Gehen, Krafttraining für die großen Muskelgruppen und Gleichgewichtsübungen. Es ist sicherer, zunächst mit kurzen und leichten Einheiten zu beginnen und diese allmählich zu steigern.

Wenn Sie Brustschmerzen, starke Atemnot, Schwindel, einen kürzlich erlittenen Knochenbruch oder starke Gelenkschmerzen haben oder lange Zeit nicht aktiv waren, sollten Sie vor einer Steigerung der Trainingsintensität medizinisches Fachpersonal konsultieren. Übungen, die unter Schmerzen wiederholt werden, sind nicht zwangsläufig gute Übungen.

### Protein und Ernährung an den persönlichen Zustand anpassen

Zur Erhaltung der Muskulatur können Proteinquellen wie Fisch, Eier, Hülsenfrüchte, Tofu, Milchprodukte und mageres Fleisch ausgewogen in die Mahlzeiten eingebaut werden. Auch Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und ausreichend Flüssigkeit sind wichtig.

Bei chronischer Nierenerkrankung, Herzinsuffizienz, Schluckstörungen oder bestimmten Stoffwechselerkrankungen können jedoch andere Vorgaben für die Aufnahme von Protein, Flüssigkeit und Elektrolyten gelten. Klären Sie Ihre individuellen Empfehlungen, bevor Sie die Zufuhr bestimmter Nährstoffe deutlich erhöhen.

### Ursachen von Schlafproblemen ermitteln

Eine regelmäßige Aufstehzeit, körperliche Aktivität am Tag sowie die Begrenzung heller Bildschirme und von Koffein vor dem Schlafengehen können den Schlaf fördern. Wiederholtes lautes Schnarchen, Atemaussetzer im Schlaf, starke Tagesschläfrigkeit oder unangenehme Empfindungen in den Beinen erfordern jedoch eine Abklärung auf Schlafstörungen.

### Soziale Kontakte und psychische Gesundheit pflegen

Ruhestand, der Verlust eines nahestehenden Menschen, Krankheiten und veränderte Rollen können das Risiko für depressive Stimmung und Isolation erhöhen. Regelmäßiger Kontakt, Aktivitäten in der Gemeinschaft, Lernen und Hobbys helfen, einen geregelten Alltag und soziale Verbindungen aufrechtzuerhalten. Wenn depressive Stimmung oder Interessenverlust anhalten oder Gedanken an Selbstverletzung auftreten, sollte dies nicht als Frage der Willenskraft betrachtet werden. Suchen Sie professionelle Hilfe.

## Vorsorgeuntersuchungen am persönlichen Risiko statt am Alter ausrichten

Mehr Untersuchungen sind nicht immer sicherer. Bei der Abwägung von Nutzen und möglichen Schäden sollten neben dem Alter auch Vorerkrankungen, familiäre Vorbelastung, aktuelle Funktionsfähigkeit, Lebenserwartung, eingenommene Medikamente und persönliche Präferenzen berücksichtigt werden.

Mit medizinischem Fachpersonal können Sie folgende Punkte überprüfen:

- Blutdruck und kardiovaskuläre Risikofaktoren
- Nierenfunktion bei Diabetes, Bluthochdruck oder ähnlichen Erkrankungen
- Frakturrisiko und Notwendigkeit einer Knochendichtemessung
- Zustand von Sehvermögen, Gehör und Zähnen
- Frühere Stürze sowie Gang und Gleichgewicht
- Impfungen und nationale Empfehlungen zur Krebsfrüherkennung
- Veränderungen von Gedächtnis, Stimmung und Schlaf
- Doppelverordnungen und Nebenwirkungen verschreibungspflichtiger und rezeptfreier Medikamente

Auch wenn eine Vorsorgeuntersuchung unauffällige Ergebnisse erbracht hat, müssen später neu auftretende Symptome gesondert abgeklärt werden. Umgekehrt sollte das Risiko zunächst unauffälliger Erkrankungen wie Bluthochdruck, Osteoporose oder chronischer Nierenerkrankung nicht allein deshalb unberücksichtigt bleiben, weil keine Symptome vorliegen.

## Schon die Annahme, es liege am Alter, kann gefährlich sein

Nicht nur Betroffene selbst, sondern auch Familienangehörige und medizinisches Fachpersonal können Symptome dem Altern zuschreiben. Dadurch können behandelbare Erkrankungen, Nebenwirkungen von Medikamenten, Depressionen oder nachlassende Sinnesleistungen übersehen werden.

Wenn Ihnen bei einer ärztlichen Untersuchung lediglich gesagt wird, die Beschwerden seien „altersbedingt“, können Sie konkret Folgendes fragen:

- Worauf stützt sich die Einschätzung, dass es sich um normales Altern handelt?
- Welche anderen Ursachen müssen ausgeschlossen werden?
- Bei welchen Veränderungen sollte ich mich erneut untersuchen lassen?
- Welche Behandlungen oder Rehabilitationsmaßnahmen können jetzt helfen, meine Funktionsfähigkeit zu erhalten?

Das Ziel gesunden Alterns besteht nicht darin, alle Veränderungen zu beseitigen, sondern behandelbare Probleme nicht zu übersehen und die vorhandene Funktionsfähigkeit und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.

## FAQ

### Ist es normal, dass die Gelenke im Alter schmerzen?
Gelenkstruktur und Regenerationsfähigkeit können sich mit dem Alter verändern, anhaltende Schmerzen sind jedoch keine unvermeidliche Folge des normalen Alterns. Bei Schwellungen, Überwärmung, nächtlichen Schmerzen, Gelenkblockaden oder Einschränkungen beim Gehen sollten Ursachen wie Arthritis, Sehnenverletzungen, Nervenprobleme oder Frakturen abgeklärt werden.

### Sollte man sich auf Demenz untersuchen lassen, wenn man zunehmend vergesslich wird?
Allein daraus, dass man gelegentlich etwas vergisst und sich später wieder daran erinnert, wird nicht auf Demenz geschlossen. Wenn wiederholt Veränderungen auftreten, die das selbstständige Leben beeinträchtigen, etwa dieselben Fragen immer wieder zu stellen, Schwierigkeiten bei der Orientierung zu haben oder Medikamente beziehungsweise Geld nicht mehr verwalten zu können, sollte eine kognitive Untersuchung erwogen werden.

### Kann man neu aufgetretene Symptome zunächst beobachten, wenn die Gesundheitsuntersuchung unauffällig war?
Bei einer regelmäßigen Gesundheitsuntersuchung werden nicht alle Erkrankungen erfasst. Schmerzen, Blutungen, Gewichtsverlust, Sehveränderungen oder Funktionseinschränkungen, die nach der Untersuchung neu auftreten, müssen unabhängig vom Untersuchungsergebnis abgeklärt werden.

### Kann Osteoporose erkannt werden, bevor Beschwerden auftreten?
Osteoporose kann bis zu einem Knochenbruch symptomlos bleiben. Ob eine Knochendichtemessung erforderlich ist, wird anhand des individuellen Risikos, darunter Alter, Geschlecht, Menopausenstatus, frühere Frakturen, familiäre Vorbelastung, Untergewicht, Rauchen und Steroideinnahme, sowie gemäß den Leitlinien des jeweiligen Landes entschieden.

### Sind auch häufiges Wasserlassen oder Harnverlust natürliche Alterserscheinungen?
Diese Symptome kommen häufig vor, sollten aber nicht ohne Weiteres als normal angesehen werden. Mögliche Ursachen sind Harnwegsinfektionen, Prostataerkrankungen, eine überaktive Blase, Beckenbodenprobleme, Diabetes, neurologische Erkrankungen oder die Wirkung von Medikamenten. Blut im Urin, Fieber, Schmerzen oder die Unfähigkeit, Wasser zu lassen, erfordern eine rasche ärztliche Abklärung.

### Können auch ältere Menschen mit Krafttraining beginnen?
Die meisten können entsprechend ihrer aktuellen Leistungsfähigkeit mit leichten Übungen beginnen. Der Erhalt von Muskelkraft und Gleichgewicht ist wichtig, um Stürzen vorzubeugen und die Alltagsfunktionen zu bewahren. Bei einer kürzlich erlittenen Fraktur, starken Gelenkschmerzen, Brustschmerzen, Atemnot oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sollten Art und Intensität des Trainings zuerst ärztlich besprochen werden.

### Ist plötzlich auftretende Verwirrtheit ebenfalls ein Symptom von Demenz?
Bei plötzlich auftretender Verwirrtheit sollte zunächst eher an ein Delir als an eine langsam fortschreitende Demenz gedacht werden; die konkreten Beurteilungskriterien sollten mit medizinischem Fachpersonal geklärt werden. Da dringliche Ursachen wie Infektionen, Flüssigkeitsmangel, Medikamente oder Stoffwechselstörungen vorliegen können, ist eine sofortige medizinische Untersuchung erforderlich.

### Reicht es bei verschwommenem Sehen aus, sich lediglich eine Lesebrille anpassen zu lassen?
Es kann sich um Alterssichtigkeit handeln, bei der nahe gelegener Text nicht mehr gut fokussiert werden kann. Ein trüber Blick, Blendempfindlichkeit, verzerrt erscheinende gerade Linien oder eine Sehverschlechterung auf einem Auge können jedoch Anzeichen anderer Augenerkrankungen sein. Ein plötzlicher Sehverlust, eine Zunahme von Lichtblitzen oder fliegenden Mücken sowie ein Gesichtsfeldausfall wie durch einen Vorhang müssen dringend abgeklärt werden.

## Sources

- [WHO: Altern und Gesundheit](https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/ageing-and-health)
- [WHO: Körperliche Aktivität](https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/physical-activity)
- [NIDDK: Untersuchungen und Diagnose bei chronischer Nierenerkrankung](https://www.niddk.nih.gov/health-information/kidney-disease/chronic-kidney-disease-ckd/tests-diagnosis)
- [National Eye Institute: Katarakte](https://www.nei.nih.gov/learn-about-eye-health/eye-conditions-and-diseases/cataracts)
- [National Eye Institute: Altersbedingte Makuladegeneration](https://www.nei.nih.gov/learn-about-eye-health/eye-conditions-and-diseases/age-related-macular-degeneration)
- [USPSTF: Screening auf Osteoporose zur Vorbeugung von Frakturen](https://www.uspreventiveservicestaskforce.org/uspstf/recommendation/osteoporosis-screening)
- [MedlinePlus: Demenz](https://medlineplus.gov/dementia.html)
- [MedlinePlus: Delirium](https://medlineplus.gov/delirium.html)
- [American Stroke Association: Symptome eines Schlaganfalls](https://www.stroke.org/en/about-stroke/stroke-symptoms)

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