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title: "Müssen Nierenkranke ruhen? Bewegung und strikte Bettruhe"
locale: de
category: knowledge_base
category_name: "Wissensdatenbank"
translation_status: reviewed
license: cc_by
author: "injoys"
source_url: https://injoys.com/en/articles/chronic-kidney-disease-exercise-and-bed-rest
published_at: 2026-08-15T04:00:50+09:00
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# Müssen Nierenkranke ruhen? Bewegung und strikte Bettruhe

> Allein wegen einer stabilen chronischen Nierenerkrankung ist es nicht nötig, ständig zu Hause im Bett zu liegen. Angemessene körperliche Aktivität hilft, Kondition und körperliche Funktionsfähigkeit zu erhalten. Es lässt sich jedoch nicht mit Sicherheit sagen, dass sie die Verschlechterung der Nierenfunktion direkt verhindert; sie muss an den Zustand des Patienten und die Behandlungsphase angepasst werden.

## Key Points

- Eine stabile chronische Nierenerkrankung allein ist kein Grund für eine langfristige strikte Bettruhe.
- Längere Inaktivität kann Muskelkraft, Herz-Lungen-Leistungsfähigkeit, Gleichgewicht und die Fähigkeit zur Bewältigung des Alltags beeinträchtigen.
- Internationale Behandlungsleitlinien empfehlen regelmäßige Aktivitäten mittlerer Intensität, soweit der Herz-Kreislauf-Zustand und die körperliche Leistungsfähigkeit des Patienten dies zulassen.
- Die klinische Evidenz reicht nicht aus, um mit Sicherheit zu sagen, dass Bewegung die Verschlechterung der Nierenfunktion oder den Beginn einer Dialyse zwangsläufig verzögert.
- Bei akuten Erkrankungen, instabilen Herzbeschwerden, starker Atemnot oder Problemen mit dem Dialysezugang hat die ärztliche Beurteilung Vorrang vor körperlicher Aktivität.

Die Annahme, dass man sich bei einer chronischen Nierenerkrankung möglichst wenig bewegen sollte, ist in der Regel falsch. Bei Patienten in stabilem Zustand kann eine langfristige Bettruhe Muskeln und Kondition abbauen und dadurch ein selbstständiges Leben sogar erschweren. Allerdings ist nicht für alle Patienten das gleiche Bewegungspensum sicher. Bei akuten Erkrankungen oder instabilen Komplikationen sind vorübergehende Ruhe und eine ärztliche Behandlung erforderlich.

## Irrtum und Wahrheit

**Irrtum: Wenn die Nieren nicht gesund sind, muss man zu Hause strikte Bettruhe einhalten.**

**Wahrheit: Bei einer stabilen chronischen Nierenerkrankung ist es im Allgemeinen besser, sich im Rahmen der eigenen Möglichkeiten weiter zu bewegen.** Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen regelmäßige aerobe Aktivität und Krafttraining, und auch die KDIGO-Leitlinie zur Behandlung chronischer Nierenerkrankungen empfiehlt ein Aktivitätsniveau, das die kardiovaskuläre Gesundheit und die körperliche Leistungsfähigkeit zulassen.

Pauschale Aussagen wie „Ruhe beschleunigt zwangsläufig das Nierenversagen“ oder „Bewegung stellt die Nierenfunktion wieder her“ sind jedoch ebenfalls nicht korrekt. In Bewegungsstudien werden relativ konsistent Verbesserungen der Kondition, Muskelkraft, Gehfähigkeit und gesundheitsbezogenen Lebensqualität beobachtet. Die Auswirkungen auf langfristige Ergebnisse wie den Zeitpunkt des Dialysebeginns oder das Sterberisiko sind jedoch noch teilweise unklar.

## Warum übermäßige Schonung problematisch ist

Wenn die Aktivität stark abnimmt, fehlen den Muskeln die notwendigen Belastungsreize. Wer längere Zeit nur liegt oder sitzt, kann folgende Probleme entwickeln:

- Abnahme von Muskelmasse und Muskelkraft
- Verschlechterung der Herz-Lungen-Fitness und Gehfähigkeit
- Verschlechterung des Gleichgewichts und erhöhtes Sturzrisiko
- Teufelskreis aus Müdigkeit und zunehmender Vermeidung von Aktivität
- Abnahme der Fähigkeit, alltägliche Tätigkeiten wie Essen, Baden und Ausgehen auszuführen
- Ungünstige Veränderungen der Insulinsensitivität und kardiovaskulären Gesundheit

Diese Veränderungen betreffen nicht nur die Nierenwerte. Sie beeinflussen auch die Fähigkeit des Patienten, Behandlungen zu verkraften und ein selbstständiges Leben zu führen.

### Warum die Muskulatur bei chronischer Nierenerkrankung besonders anfällig sein kann

Patienten mit chronischer Nierenerkrankung können neben der verminderten körperlichen Aktivität durch das Zusammenwirken verschiedener Faktoren besonders anfällig für Muskelverlust sein.

- Appetitmangel und unzureichende Energiezufuhr
- Metabolische Azidose
- Chronische Entzündungen und Begleiterkrankungen
- Anämie und eingeschränkte Herz-Lungen-Funktion
- Krankenhausaufenthalte und wiederholte akute Erkrankungen
- Müdigkeit vor und nach der Dialyse sowie lange Sitzzeiten
- Hohes Alter, Diabetes und neurologische oder vaskuläre Komplikationen

Da die Ursachen von Patient zu Patient unterschiedlich sind, darf ein Muskelabbau nicht allein mit Bewegungsmangel erklärt werden. Bei Gewichtsverlust, nachlassender Griffkraft oder deutlich verlangsamter Gehgeschwindigkeit sollten Ernährungszustand, Anämie, Azidose und Begleiterkrankungen gemeinsam beurteilt werden.

## Realistische Vorteile von Bewegung

Das Ziel von Bewegung bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung besteht nicht darin, eine geschädigte Niere allein durch Training wiederherzustellen. Realistischere Ziele sind:

1. Muskelkraft und Mobilität erhalten.
2. Die für den Alltag erforderliche körperliche Leistungsfähigkeit steigern.
3. Die Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Gewicht unterstützend verbessern.
4. Zur Senkung des Sturz- und Gebrechlichkeitsrisikos beitragen.
5. Die Wahrscheinlichkeit erhöhen, Müdigkeit und gesundheitsbezogene Lebensqualität zu verbessern.

Da sich Blutdruck, Puls oder Laborwerte nach dem Training vorübergehend verändern können, darf aus einer einmaligen Veränderung eines Untersuchungsergebnisses nicht geschlossen werden, dass Bewegung die Nieren geschädigt habe. Umgekehrt können regelmäßige Blut- und Urinuntersuchungen sowie medikamentöse Behandlungen nicht durch Bewegung ersetzt werden.

## Wie viel Bewegung ist angemessen?

Die KDIGO-Leitlinie 2024 empfiehlt Patienten mit chronischer Nierenerkrankung mindestens 150 Minuten körperliche Aktivität mittlerer Intensität pro Woche oder ein entsprechendes Aktivitätsniveau, sofern der kardiovaskuläre Zustand und die körperliche Belastbarkeit dies zulassen. Das bedeutet nicht, dass alle Patienten von Anfang an 150 Minuten erreichen müssen.

Wer erstmals trainiert oder eine stark eingeschränkte Kondition hat, kann realistischerweise mit einem bewältigbaren Umfang beginnen, etwa 5∼10 Minuten Gehen, und Dauer sowie Häufigkeit schrittweise erhöhen. Kurze Aktivitätseinheiten können auch mehrmals über den Tag verteilt werden.

| Bewegungselement | Beispiele für den Einstieg | Methode zur Beurteilung der Intensität | Hauptziel |
|---|---|---|---|
| Aerobe Aktivität | Gehen auf ebener Strecke, Ergometer | Unterhaltung ist möglich, Singen jedoch schwierig | Herz-Lungen-Fitness und Gehausdauer |
| Krafttraining | Aufstehen von einem Stuhl, leichtes Training mit einem Band | Mehrere Wiederholungen sind bei korrekter Haltung möglich | Erhalt von Muskelkraft und Alltagsbewegungen |
| Gleichgewichtstraining | Mit Festhalten auf einem Bein stehen, Fersen anheben | Eine Stütze in unmittelbarer Nähe platzieren, um Stürze zu vermeiden | Sturzprävention |
| Beweglichkeitstraining | Sanftes Dehnen von Waden, Oberschenkeln und Schultern | Spürbare Dehnung ohne Schmerzen | Erhalt des Bewegungsumfangs der Gelenke |

Beim Krafttraining werden die großen Muskelgruppen üblicherweise an nicht aufeinanderfolgenden Tagen gleichmäßig beansprucht. Übungen, bei denen man lange die Luft anhält und stark presst, oder das plötzliche Heben sehr schwerer Gewichte können den Blutdruck abrupt erhöhen und sollten ohne entsprechende Erfahrung vermieden werden.

## So lässt sich die passende Trainingsintensität bestimmen

Zielwerte für den Puls können durch Betablocker, Herzrhythmusstörungen, autonome Neuropathie und andere Faktoren beeinflusst werden. Daher sind bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung der Sprechtest und das subjektive Belastungsempfinden praktisch.

- **Leichte Intensität:** Eine Unterhaltung ist problemlos möglich.
- **Mittlere Intensität:** Eine Unterhaltung in kurzen Sätzen ist möglich, die Atmung ist jedoch stärker als gewöhnlich.
- **Übermäßige Intensität:** Selbst wenige Worte lassen sich nur schwer sprechen, oder es treten Schwindel und Beschwerden im Brustkorb auf.

Wenn starke Müdigkeit und Muskelschmerzen bis zum Tag nach dem Training anhalten oder alltägliche Aktivitäten erschwert sind, war der Trainingsumfang möglicherweise zu hoch. Sicherer ist es, jeweils nur einen Faktor – Dauer, Geschwindigkeit oder Widerstand – schrittweise anzupassen.

## Hinweise je nach Dialyse- und Behandlungsphase

| Situation | Zu berücksichtigende Punkte |
|---|---|
| Chronische Nierenerkrankung vor der Dialyse | Die Intensität wird an Blutdruck, Anämie, Ödeme, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabeteskomplikationen angepasst. |
| Hämodialyse | Bewegung während der Dialyse erfolgt nur, wenn in der jeweiligen Dialyseeinrichtung entsprechende Aufsicht und Abläufe vorhanden sind. Auf den Arm mit dem Gefäßzugang dürfen kein übermäßiger Druck und keine schwere Belastung ausgeübt werden. |
| Peritonealdialyse | Bei Beschwerden durch die Dialyselösung im Bauchraum oder bei einem Hernienrisiko sind die Art der Bewegung und der Zustand der Dialyselösung mit dem medizinischen Personal abzustimmen. |
| Nach einer Nierentransplantation | Unmittelbar nach der Operation ist ein Rehabilitationsplan einzuhalten, der die Wunde und das Infektionsrisiko berücksichtigt. Nach der Genesung wird der Aktivitätsumfang schrittweise erhöht. |
| Akute Nierenschädigung | Da Ursachen und Allgemeinzustand stark variieren, dürfen die Bewegungsgrundsätze für chronische Nierenerkrankungen nicht unverändert angewendet werden. Maßgeblich ist die Beurteilung des behandelnden medizinischen Personals. |

Unmittelbar nach einer Hämodialyse können niedriger Blutdruck oder Müdigkeit auftreten. Je nach Patient können dialysefreie Tage angenehmer sein; bei anderen kann hingegen ein vom medizinischen Personal betreutes Bewegungsprogramm während der Dialyse geeignet sein.

## Wann vor dem Training medizinischer Rat eingeholt werden sollte

In folgenden Fällen empfiehlt es sich, vor Beginn einer neuen sportlichen Aktivität oder vor einer Steigerung der Intensität einen Arzt, eine Pflegekraft oder einen Rehabilitationsexperten zu konsultieren:

- Kürzlich aufgetretene Brustschmerzen, Ohnmacht oder unerklärliche starke Atemnot
- Unkontrollierter Bluthochdruck oder instabile Herzrhythmusstörungen
- Plötzliche Zunahme von Ödemen oder Körpergewicht in Verbindung mit Atemnot
- Schwere Anämie, Fieber, Infektion oder akute Erkrankung
- Diabetisches Fußgeschwür, schwere periphere Neuropathie oder Sehkomplikationen
- Kürzlich erfolgte Operation oder Auffälligkeiten am Gefäßzugang
- Wiederholte Unterzuckerungen oder Probleme mit der Blutzuckerkontrolle während des Trainings

## Warnzeichen, bei denen das Training sofort beendet werden muss

Wenn während des Trainings folgende Symptome auftreten, ist die Aktivität sofort zu beenden und an einem sicheren Ort auszuruhen. Bei Brustschmerzen, Ohnmacht, starker Atemnot oder Anzeichen eines möglichen Schlaganfalls ist eine medizinische Notfallbeurteilung erforderlich.

- Schmerzen oder Druckgefühl im Brustkorb oder kalter Schweiß
- Plötzlich auftretende starke Atemnot
- Ohnmacht oder Schwindel mit dem Gefühl, gleich zusammenzubrechen
- Neu aufgetretener unregelmäßiger und schneller Herzschlag
- Plötzliche Lähmung eines Arms oder Beins auf einer Körperseite oder Schwierigkeiten beim Sprechen
- Blutung, starke Schmerzen oder Schwellung am Gefäßzugang für die Hämodialyse
- Anzeichen einer möglichen Unterzuckerung bei Patienten mit Diabetes

## Ein weiterer Irrtum, der bei Bewegung und Ernährung vermieden werden sollte

Zur Steigerung der Muskelmasse eigenmächtig große Mengen an Proteinpräparaten einzunehmen, kann ungeeignet sein. Der Proteinbedarf von Patienten vor der Dialyse und von Dialysepatienten unterscheidet sich und hängt zudem vom Vorliegen einer Mangelernährung sowie von der Nierenfunktion ab. Vor Beginn einer proteinreichen Ernährung oder der Einnahme von Sportpräparaten einschließlich Kreatin sollte das nephrologische Behandlungsteam oder ein auf Nierenerkrankungen spezialisierter Ernährungsberater konsultiert werden.

Auch die Flüssigkeitszufuhr darf nicht allein wegen des Trainings pauschal erhöht werden. Patienten, die aufgrund einer verminderten Urinmenge, Herzinsuffizienz, Ödemen oder einer Dialysebehandlung ihre Flüssigkeitszufuhr begrenzen müssen, sollten ihre individuellen Vorgaben befolgen.

## Beobachtungsmerkmale zur frühzeitigen Erkennung von Muskelverlust

Der Zustand der Muskulatur lässt sich nur schwer allein anhand des Körpergewichts beurteilen. Bei Ödemen kann das Gewicht trotz Muskelabbau gleich bleiben oder zunehmen. Die gemeinsame Dokumentation folgender Veränderungen kann bei der medizinischen Beurteilung hilfreich sein:

- Das Aufstehen vom gleichen Stuhl fällt schwerer als zuvor
- Auf der gewohnten Gehstrecke sind häufiger Pausen erforderlich
- Die Fähigkeit, Treppen zu steigen oder Gegenstände zu heben, nimmt ab
- In letzter Zeit kommt es wiederholt zu Stürzen oder die Gehgeschwindigkeit verlangsamt sich
- Unbeabsichtigter Gewichtsverlust und verminderte Nahrungsaufnahme
- Die Müdigkeit bleibt nicht nur an Dialysetagen, sondern auch an dialysefreien Tagen stark ausgeprägt

Solche funktionellen Veränderungen lassen sich möglicherweise nicht allein anhand des Serumkreatinins oder der glomerulären Filtrationsrate erkennen. Beim Arzttermin kann danach gefragt werden, ob eine Beurteilung der Gehgeschwindigkeit, des Aufstehens vom Stuhl, der Griffkraft und des Ernährungszustands erforderlich ist.

## Zentrale Schlussfolgerung

Bei Patienten mit stabiler chronischer Nierenerkrankung gehört eine langfristige strikte Bettruhe nicht zur Standardbehandlung. Eine Kombination aus aerober Aktivität, Kraft- und Gleichgewichtstraining im Rahmen der eigenen Möglichkeiten kann dazu beitragen, die Kondition und ein selbstständiges Leben zu erhalten. Bewegung ersetzt jedoch weder Medikamente und Ernährungstherapie noch die Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker oder regelmäßige Untersuchungen. Ebenso kann nicht garantiert werden, dass sie eine Verschlechterung der Nierenfunktion verlangsamt. Am sichersten ist es, entsprechend der aktuellen Kondition und den bestehenden Komplikationen mit einem geringen Umfang zu beginnen und bei Warnzeichen eine medizinische Beurteilung einzuholen.

## FAQ

### Muss man bei einer chronischen Nierenerkrankung Bettruhe einhalten?
Wenn der Zustand stabil ist, besteht allein aufgrund einer chronischen Nierenerkrankung keine Notwendigkeit, längere Zeit im Bett zu liegen. Da längere Inaktivität die Muskelkraft und Gehfähigkeit beeinträchtigen kann, wird im Allgemeinen empfohlen, sich in dem Maß zu bewegen, das die körperliche Leistungsfähigkeit und der Herz-Kreislauf-Zustand des Patienten zulassen.

### Kann sich eine eingeschränkte Nierenfunktion durch Bewegung erholen?
Es ist kaum davon auszugehen, dass sich eine geschädigte Nierenfunktion allein durch Bewegung erholt. Bewegung kann die körperliche Leistungsfähigkeit, Muskelkraft, Mobilität und Lebensqualität verbessern und unterstützend zur Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker beitragen. Es gibt jedoch keine ausreichenden Belege dafür, dass sie den Beginn einer Dialyse zwangsläufig verzögert.

### Welche Bewegung ist für Patienten mit einer Nierenerkrankung am besten geeignet?
Gehen auf ebener Strecke, Training auf dem Heimtrainer und leichte Übungen zum Aufstehen von einem Stuhl sind häufige Ausgangspunkte. Man beginnt mit einer Intensität, bei der man sich noch in kurzen Sätzen unterhalten kann, und steigert Dauer und Häufigkeit allmählich, sofern keine Schmerzen oder übermäßige Erschöpfung auftreten.

### Muss man unbedingt 150 Minuten pro Woche erreichen?
150 Minuten pro Woche sind ein kumulatives Ziel für Patienten, deren Zustand dies zulässt, und keine Vorgabe, die jeder sofort erfüllen muss. Wer gebrechlich ist oder keine Trainingserfahrung hat, kann mit jeweils 5∼10 Minuten beginnen und die Bewegung auf mehrere Einheiten verteilen.

### Können auch Hämodialysepatienten Krafttraining machen?
Je nach individuellem Zustand und den Richtlinien des Dialysezentrums ist dies möglich. Der Arm mit dem Gefäßzugang sollte jedoch keinem übermäßigen Druck oder schweren Belastungen ausgesetzt werden, und Bewegung während der Dialyse darf nur im Rahmen eines von der jeweiligen medizinischen Einrichtung betreuten Programms erfolgen.

### Bei welchen Symptomen muss man das Training sofort abbrechen?
Bei Brustschmerzen, starker Atemnot, Schwindel mit dem Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden, plötzlich auftretenden Herzrhythmusstörungen, einseitigen Lähmungserscheinungen, Blutungen am Gefäßzugang oder Symptomen, die auf eine Unterzuckerung hindeuten, muss das Training sofort abgebrochen werden. Bei schweren oder anhaltenden Symptomen ist eine medizinische Notfallabklärung erforderlich.

### Darf man Proteinpräparate einnehmen, um die Muskulatur zu erhalten?
Proteinreiche Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht eigenmächtig eingenommen werden. Da der Proteinbedarf vor Beginn der Dialyse und während einer Dialyse unterschiedlich ist und auch der Ernährungszustand, die Urinmenge und Begleiterkrankungen berücksichtigt werden müssen, ist es sicherer, sich mit dem nephrologischen Behandlungsteam oder einer auf Nierenerkrankungen spezialisierten Ernährungsfachkraft abzusprechen.

### Muss man beim Training viel Wasser trinken?
Nicht unbedingt. Patienten mit geringer Urinmenge, Ödemen oder Herzinsuffizienz sowie Dialysepatienten müssen möglicherweise ihre Flüssigkeitszufuhr einschränken. Daher sollte die Trinkmenge nicht allein wegen des Trainings erhöht werden; vielmehr sind die individuellen Vorgaben zur Flüssigkeitszufuhr einzuhalten.

## Sources

- [KDIGO 2024 Leitlinie für die klinische Praxis zur Beurteilung und Behandlung chronischer Nierenerkrankungen](https://kdigo.org/wp-content/uploads/2024/03/KDIGO-2024-CKD-Guideline.pdf)
- [Weltgesundheitsorganisation: Körperliche Aktivität](https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/physical-activity)
- [Bewegungstraining für Erwachsene mit chronischer Nierenerkrankung](https://doi.org/10.1002/14651858.CD003236.pub3)

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![Illustration mit Bett, Sessel, Nieren, einer gehenden Person und Trainingsgeräten](https://injoys.com/rails/active_storage/blobs/proxy/eyJfcmFpbHMiOnsiZGF0YSI6NzkyMCwicHVyIjoiYmxvYl9pZCJ9fQ==--008013a01b3342973996311b924ec0843f2dc819/ai-eab47b73.webp)
![Nieren zwischen geeigneten Aktivitäten und Warnzeichen wie Brustschmerz, Atemnot, Schwindel und Schwellungen](https://injoys.com/rails/active_storage/blobs/proxy/eyJfcmFpbHMiOnsiZGF0YSI6NzkyNiwicHVyIjoiYmxvYl9pZCJ9fQ==--8ef399c211b98d8a30aa7025b6a3b437211c025f/ai-9eb5323f.webp)