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title: "Konzept des Onsite-Marketings und 5 Umsetzungsstrategien für mehr Conversions"
locale: de
category: how_to
category_name: "Anleitungen"
translation_status: reviewed
license: cc_by
author: "injoys"
source_url: https://injoys.com/en/articles/onsite-marketing-five-strategies
published_at: 2026-08-20T19:29:54+09:00
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# Konzept des Onsite-Marketings und 5 Umsetzungsstrategien für mehr Conversions

> Onsite-Marketing unterstützt Besucher einer Website bei der Suche und beim Kauf, indem es ihnen passende Informationen und Optionen bietet. Erläutert werden eine fünfstufige Strategie aus Benachrichtigung, Überzeugung, Suchunterstützung, Steigerung des durchschnittlichen Bestellwerts und Verhinderung von Abbrüchen sowie Grundsätze der Erfolgsmessung.

## Key Points

- Kaufabsicht und Kundenstatus unterscheiden und für jedes Segment die erforderlichen Vorteile und Informationen definieren.
- Wichtige Informationen mit Pop-ups, Bannern, Countdowns und Social Proof vermitteln, dabei jedoch Wahrheitsgehalt und Anzeigehäufigkeit kontrollieren.
- Mit zuletzt angesehenen Produkten und personalisierten Empfehlungen den Suchaufwand reduzieren und Besuchern helfen, schnell passende Produkte zu finden.
- Cross-Selling, Up-Selling und Set-Angebote passend zum Bestellkontext platzieren und nicht nur den Umsatz, sondern auch den Gewinn messen.
- Auf Anzeichen eines Abbruchs abgestimmte Warenkorbhinweise und Beratungsangebote testen und den inkrementellen Effekt anhand einer Kontrollgruppe überprüfen.

On-site-Marketing (On-site Marketing) bezeichnet die Gestaltung von Botschaften, Seitenaufbau, Empfehlungen, Vorteilen und Beratungswegen innerhalb einer Website, damit Besucher, die über Werbung oder Suchmaschinen auf die Website gelangen, die benötigten Informationen finden und fundiert handeln können. Ziel ist nicht, Besucher um jeden Preis zum Kauf zu drängen, sondern ihre Unsicherheit und ihren Suchaufwand zu reduzieren und so die Wahrscheinlichkeit einer Conversion zu erhöhen.

Die durchschnittliche Conversion-Rate einer Website oder der Beitrag von Pop-ups lässt sich kaum als universeller Wert betrachten, der auf alle Branchen übertragbar ist. Denn Produktpreise, Kaufzyklen, Traffic-Kanäle, der Anteil neuer Kunden und die Definition einer Conversion unterscheiden sich. Externe Benchmarks sollten nur als Referenz dienen; entscheidend ist der Vergleich der Ergebnisse zwischen der eigenen exponierten Gruppe und der Kontrollgruppe.

## Was ist On-site-Marketing?

Während Off-site-Marketing Besucher über externe Kontaktpunkte wie Suchmaschinen, Werbung, soziale Medien und Partnerschaften auf eine Website bringt, steuert On-site-Marketing die Erfahrung nach dem Besuch.

| Kategorie | Off-site-Marketing | On-site-Marketing |
|---|---|---|
| Wichtigste Kontaktpunkte | Suchergebnisse, Werbemedien, soziale Medien, E-Mail | Startseite, Produktdetailseite, Warenkorb, Zahlungsseite |
| Hauptziel | Reichweite, Bekanntheit, Traffic-Gewinnung | Unterstützung bei der Suche, Conversion, Verbesserung von durchschnittlichem Bestellwert und Wiederbesuchen |
| Typische Mittel | Suchmaschinenwerbung, Inhalte, Displaywerbung | Pop-ups, Banner, Empfehlungen, Beratung, Warenkorbhinweise |
| Wichtigste Kennzahlen | Impressionen, Klickrate, Akquisitionskosten | Conversion-Rate, Umsatz pro Besucher, durchschnittlicher Bestellwert, Abbruchrate |

On-site-Marketing und Conversion-Rate-Optimierung (CRO) überschneiden sich, sind aber nicht dasselbe. On-site-Marketing bezeichnet konkrete Interventionen, die Besuchern angezeigt werden, während CRO ein umfassenderer Verbesserungsprozess ist, der von der Problemdiagnose über die Hypothesenbildung und Experimente bis zur Analyse reicht. CRM ist mit der On-site-Personalisierung verbunden, da dabei Kundenidentifikationsdaten und Kaufhistorien genutzt werden.

## Was vor dem Start festzulegen ist

### Zuerst die Bedeutung einer Conversion vereinheitlichen

Eine Conversion ist je nach Website unterschiedlich. Bei einem Onlineshop kann der Abschluss einer Zahlung, bei einem Abonnementdienst die Anmeldung zu einem Testangebot und bei Produkten mit hohem Involvement die Vereinbarung eines Beratungstermins die wichtigste Conversion sein. Werden in einem Bericht sitzungsbasierte und nutzerbasierte Conversion-Raten vermischt, lassen sich die Ergebnisse nur schwer vergleichen.

- Conversion-Rate = Anzahl der Conversions ÷ Anzahl der Sitzungen oder Nutzer
- Durchschnittlicher Bestellwert (AOV) = Umsatz ÷ Anzahl der Bestellungen
- Umsatz pro Besucher (RPV) = Umsatz ÷ Anzahl der Besucher
- Verbundkaufrate = Anzahl der Bestellungen mit empfohlenen Produkten ÷ Anzahl der Bestellungen, bei denen Empfehlungen angezeigt wurden
- Conversion-Rate zur Abbruchvermeidung = Anzahl der Conversions nach Anzeige einer Nachricht zur Abbruchvermeidung ÷ Anzahl der Einblendungen dieser Nachricht

Nenner, Auswertungszeitraum sowie Kriterien für die Behandlung von Stornierungen und Retouren müssen gemeinsam in der Kennzahlendefinition dokumentiert werden.

### Den Status der Besucher unterscheiden

Wenn allen Besuchern dasselbe Pop-up angezeigt wird, können sich Botschaften widersprechen und Ermüdung verursachen. Mindestens die folgenden Statusgruppen sollten unterschieden werden.

- Neue und wiederkehrende Besucher
- Mitglieder und Nichtmitglieder
- Erstkäufer und Bestandskunden
- Besucher in der Produktsuche und Besucher mit Warenkorb
- Traffic-Kanäle wie Werbung, Suche und E-Mail
- Mobile und Desktop-Umgebungen

Bei neuen Besuchern, für die noch nicht genügend Daten zur Personalisierung vorliegen, ist es sicherer, statt übermäßiger Annahmen allgemeingültige Informationen wie beliebte Produkte, klare Kategorien und Rückgabebedingungen bereitzustellen.

## Umsetzungsprozess in 5 Schritten

### 1. Über Vorteile und wesentliche Informationen informieren

Pop-ups, schmale Banner am oberen Seitenrand und schwebende UI-Elemente vermitteln gut sichtbar Informationen, die für die Kaufentscheidung relevant sind, etwa zu Rabatten, Versand, Aktionsfristen und Mitgliedervorteilen.

**Geeignete Anwendungsbeispiele**

- Nichtmitglieder über Vorteile und Bedingungen einer Mitgliedschaft informieren
- Neukunden über Vorteile beim ersten Kauf informieren
- Das Ende einer Aktion anhand der tatsächlich auf dem Server hinterlegten Endzeit anzeigen
- Warenkorb- oder Beratungsbutton am unteren Rand des mobilen Bildschirms fixieren

Bei Pop-ups ist der Kontext wichtiger als die Anzahl der Einblendungen. Statt direkt nach dem Besuch den gesamten Bildschirm zu verdecken, können sie angezeigt werden, nachdem Besucher Produkte bis zu einem gewissen Grad angesehen oder relevante Bedingungen erfüllt haben. Auch die Anzahl der Einblendungen pro Sitzung und der Zeitraum bis zur erneuten Anzeige nach dem Schließen müssen festgelegt werden.

Die Behauptung, dass Käufe über Pop-ups einen bestimmten Anteil aller Käufe ausmachen, kann je nach Attributionsmodell des Tools stark variieren. Um festzustellen, ob Personen, die ein Pop-up gesehen haben, ohnehin gekauft hätten, ist eine Kontrollgruppe erforderlich, die die Nachricht nicht sieht.

### 2. Grundlagen für die Entscheidung bereitstellen

Besuchern, die bei einer Kaufentscheidung zögern, können Fristen, Bestände, Nutzungsbedingungen und Bewertungen anderer Kunden angezeigt werden. Die zur Überzeugung eingesetzten Informationen müssen jedoch überprüfbare Tatsachen sein.

- **Countdown:** Er muss mit der tatsächlichen Endzeit der Aktion übereinstimmen und darf beim Neuladen der Seite nicht zurückgesetzt werden.
- **Bestandshinweis:** Er muss mit dem tatsächlichen Bestandssystem verknüpft sein und Bestandsänderungen durch Reservierungen, Retouren und Ähnliches berücksichtigen.
- **Verkaufs- und Aufrufinformationen:** Auswertungszeitraum und mögliche Datenverzögerungen müssen klar angegeben werden.
- **Fortschrittsanzeige für kostenlosen Versand:** Sie zeigt die Differenz zwischen dem aktuellen Warenkorbwert und dem Schwellenwert für kostenlosen Versand.
- **Rezensionen und Bewertungen:** Negative Bewertungen dürfen nicht verborgen werden; die Kriterien für Erstellung und Verifizierung müssen offengelegt werden.

Fingierte Kaufmeldungen, ständig zurückgesetzte Fristen und künstlich knapp dargestellte Bestände können statt sozialer Bewährtheit zu irreführenden Benutzeroberflächen werden. Selbst wenn kurzfristig mehr Klicks erzielt werden, können Vertrauen, Rückerstattungsquote und langfristiger Kundenwert darunter leiden.

Eine Fortschrittsanzeige für kostenlosen Versand kann zu zusätzlichen Käufen anregen, doch dabei müssen auch Versandkosten und Produktkosten berücksichtigt werden. Der Schwellenwert sollte nicht willkürlich festgelegt, sondern auf Grundlage der bisherigen Verteilung der Bestellwerte und des Deckungsbeitrags gestaltet werden.

### 3. Die Produktsuche vereinfachen

Je mehr Produkte angeboten werden, desto leichter vergessen Besucher zuvor angesehene Artikel oder brechen während des Vergleichsprozesses ab. Zuletzt angesehene Produkte, Vergleichsfunktionen, automatische Suchwortvervollständigung und Empfehlungsmodule senken diesen Suchaufwand.

**Unterschiede zwischen Empfehlungsmethoden**

| Methode | Genutzte Daten | Vorteil | Zu beachten |
|---|---|---|---|
| Zuletzt angesehene Produkte | Individueller Anzeigeverlauf | Vergleichsweise einfach umzusetzen und zu verstehen | Gemeinsam genutzte Geräte und Einwilligung zur Speicherung berücksichtigen |
| Gemeinsam angesehene Produkte | Suchmuster mehrerer Besucher | Nützlich zum Entdecken von Vergleichsoptionen | Bei geringem Traffic können die Ergebnisse instabil sein |
| Gemeinsam gekaufte Produkte | Bestellkombinationen | Geeignet für Verbundkaufempfehlungen | Kann zugunsten beliebter Produkte verzerrt sein |
| Personalisierte Empfehlungen | Anzeige-, Kauf- und Präferenzdaten | Kann die Relevanz für einzelne Kunden erhöhen | Datenqualität, Erklärbarkeit und Datenschutzmanagement erforderlich |
| Regelbasierte Empfehlungen | Kategorie-, Bestands- und Preisregeln | Auch mit wenig Daten einsetzbar | Kosten für die Regelverwaltung und Gefahr übermäßiger Einblendungen |

Die Qualität von Empfehlungen wird nicht allein anhand der Klickrate beurteilt. Auch die Kaufrate nach dem Anklicken einer Empfehlung, die Retourenquote, die Einblendungsrate ausverkaufter Produkte, die Vielfalt der Empfehlungen und der Umsatz pro Besucher müssen berücksichtigt werden.

### 4. Den Bestellwert erhöhen

Typische Methoden zur Erhöhung des durchschnittlichen Bestellwerts sind Cross-Selling, Upselling und Bundle-Angebote.

- **Cross-Selling:** Es werden ergänzende Produkte vorgeschlagen, die zusammen mit dem betrachteten Produkt verwendet werden. Beispielsweise können zu einer Kamera eine kompatible Speicherkarte und eine Tasche angeboten werden.
- **Upselling:** Höherwertige Optionen mit mehr Kapazität, Funktionen oder Garantieumfang werden vergleichend dargestellt.
- **Bundle-Angebot:** Gemeinsam benötigte Produkte werden gebündelt und Unterschiede bei Preis und Zusammenstellung gegenüber dem Einzelkauf offengelegt.

Empfehlungen müssen so platziert werden, dass sie die Entscheidung nicht behindern. Auf Produktdetailseiten sollten Kompatibilität und Unterschiede erläutert werden, während im Warenkorb nur wenige ergänzende Produkte angeboten werden sollten, die den Bezahlvorgang nicht stören.

Wenn nur der durchschnittliche Bestellwert steigt, die Conversion-Rate aber deutlich sinkt, kann sich die Gesamtleistung verschlechtern. Umsatz pro Besucher, Deckungsbeitrag, Rabattkosten sowie Stornierungs- und Retourenquote müssen gemeinsam verglichen werden. Eine einmalige Erhöhung des Bestellwerts ist nicht mit dem Kundenlebenszeitwert (LTV) gleichzusetzen. Ob sich der LTV verbessert hat, lässt sich erst unter Einbeziehung von Wiederholungskäufen und Kundenbindungsrate beurteilen.

### 5. Ursachen für Abbrüche beheben

Nachrichten zur Abbruchvermeidung sind kein Mittel, um jeden Besucher am Verlassen der Website zu hindern, sondern dienen dazu, lösbare Hindernisse im richtigen Moment zu beseitigen.

- Wenn sich Produkte im Warenkorb befinden, der Bezahlvorgang aber nicht fortgesetzt wird, werden Versandkosten und Rückgabebedingungen erneut erläutert.
- Wenn der Produktvergleich lange dauert, werden eine Vergleichstabelle oder ein Beratungsweg angeboten.
- Bei hochpreisigen Produkten und Produkten mit hohem Involvement werden Chat-, Telefon- oder Terminberatungen vorgeschlagen.
- Nur Neukunden wird ein begrenzter Vorteil für den ersten Kauf angeboten.
- Wenn Fehler wiederholt auftreten, werden vor einem Rabatt zunächst Lösungen für fehlgeschlagene Zahlungen und Kontaktmöglichkeiten zum Kundensupport angezeigt.

Auf Desktop-Geräten kann die Absicht zum Verlassen anhand von Mausbewegungen geschätzt werden, auf mobilen Geräten lässt sich dasselbe Signal jedoch nicht verwenden. Da mobile Geräte auf indirekte Signale wie Zurücknavigieren, Deaktivierung des Bildschirms oder längere Inaktivität angewiesen sind, muss die Möglichkeit von Fehlinterpretationen berücksichtigt werden.

Es gibt keine universell richtige Antwort darauf, nach wie vielen Minuten ein Warenkorbhinweis angezeigt werden sollte. Zunächst müssen die durchschnittliche Überlegungszeit je Produkt und die Dauer des Bezahlvorgangs analysiert, darauf basierend eine erste Hypothese gebildet und anschließend ein Experiment durchgeführt werden. Zu frühe Hinweise stören Besucher, die noch regulär überlegen oder Informationen lesen.

## So lässt sich die Leistung präzise messen

Umsätze, die im Bericht eines On-site-Tools ausgewiesen werden, dürfen nicht unverändert als inkrementeller Umsatz betrachtet werden. Allein aus der Tatsache, dass nach der Einblendung einer Nachricht ein Kauf erfolgte, lässt sich nicht schließen, dass diese Nachricht den Kauf ausgelöst hat.

### Minimales Event-Design

| Event | Zu erfassende Hauptwerte |
|---|---|
| Nachrichteneinblendung | Kampagnen-ID, Bildschirmposition, Besucherstatus, Zeitpunkt der Einblendung |
| Schließen | Kampagnen-ID, seit der Einblendung vergangene Zeit |
| Klick | Button- oder Produkt-ID, Angebotstyp |
| Zum Warenkorb hinzufügen | Produkt-ID, Menge, Preis, ob über eine Empfehlung erfolgt |
| Bezahlvorgang starten | Warenkorbwert, Gutschein, Versandbedingungen |
| Kauf | Bestell-ID, Umsatz, Rabatt, getrennte Ausweisung von Steuern und Versandkosten |
| Stornierung und Retoure | Bestell-ID, Betrag, Grund |

Bestell-IDs dürfen nicht doppelt erfasst werden; außerdem müssen Währung sowie die Behandlung von Steuern, Versandkosten und Rückerstattungen vereinheitlicht werden. Ebenso wichtig ist, personenbezogene Daten selbst nicht als Parameter von Analyse-Events zu übermitteln.

### Experimente mit einer Kontrollgruppe

1. Das zu lösende Problem und das Zielsegment festlegen.
2. Jeweils eine zentrale Hypothese formulieren.
3. Besucher nach dem Zufallsprinzip in eine Kontrollgruppe mit der bisherigen Ansicht und eine Versuchsgruppe mit der neuen Intervention aufteilen.
4. Neben der Hauptkennzahl Schutzkennzahlen wie Abbruchrate, Retourenquote und Seitenleistung festlegen.
5. Unter Berücksichtigung von Wochentagen und Schwankungen durch Werbeaktionen eine ausreichende Stichprobe sammeln.
6. Neben dem Gesamtergebnis auch Unterschiede zwischen neuen und bestehenden Kunden sowie zwischen Geräten prüfen.

Der inkrementelle Effekt kann als Differenz zwischen der Conversion-Rate der Versuchsgruppe und der Conversion-Rate der Kontrollgruppe bewertet werden. Werden mehrere Pop-ups gleichzeitig geändert, lässt sich nur schwer feststellen, welches Element das Ergebnis verursacht hat. Daher sollten Prioritäten festgelegt und die Änderungen nacheinander überprüft werden.

## Betriebsgrundsätze, die in bestehenden Materialien leicht übersehen werden

On-site-Marketing besteht nicht einfach darin, weitere Botschaften hinzuzufügen. Es ähnelt vielmehr einem Produktbetrieb, bei dem Leistung, Barrierefreiheit, Datenschutz und langfristiges Vertrauen gemeinsam gesteuert werden.

### Die Seitenleistung nicht beeinträchtigen

Wenn externe Skripte, Empfehlungs-Widgets und Pop-ups zunehmen, können Lade- und Eingabereaktionen langsamer werden und Inhalte plötzlich verrutschen. Dies kann den Conversion-Effekt der Botschaften aufheben. Skriptgröße, Core Web Vitals und Fehlerrate müssen vor und nach der Veröffentlichung verglichen werden; zudem sollte der für Bildschirmelemente benötigte Platz im Voraus reserviert werden.

### Barrierefreie Benutzeroberflächen gestalten

Modale Fenster und Pop-ups müssen sich ausschließlich mit der Tastatur öffnen und schließen lassen. Der Fokus muss sich innerhalb des Pop-ups logisch bewegen, und es müssen ein deutlich erkennbarer Schließen-Button sowie ausreichende Farbkontraste vorhanden sein. Wichtige Informationen dürfen nicht ausschließlich durch Countdown-Animationen oder Farben vermittelt werden.

### Datenschutz und Wahlfreiheit respektieren

Wenn Anzeigeverläufe oder Kaufhistorien zur Personalisierung genutzt werden, müssen die in der jeweiligen Region geltenden Datenschutz- und Cookie-Vorschriften geprüft werden. Es dürfen nur notwendige Daten erhoben sowie Aufbewahrungsdauer und Zugriffsrechte begrenzt werden. Auch Optionen, mit denen Nutzer ihre Einwilligung verweigern oder Empfehlungen deaktivieren können, müssen leicht auffindbar sein.

### Irreführendes Design vermeiden

Methoden, die Vorteilsbedingungen, wiederkehrende Zahlungen, Versandkosten oder Kündigungsverfahren verbergen oder den Ablehnen-Button schwer erkennbar machen, sind zu vermeiden. Dringlichkeit und soziale Bewährtheit dürfen nur bei tatsächlich vorhandenen Daten eingesetzt werden. Die visuelle Hierarchie darf nicht so verzerrt werden, dass Nutzer zu einer unerwünschten Entscheidung verleitet werden.

## Checkliste für den Betrieb

- Sind Zielgruppe, Zweck und Ausschlussbedingungen der Kampagne klar definiert?
- Werden demselben Besucher nicht mehrere sich überschneidende Nachrichten angezeigt?
- Stimmen Rabatte, Bestand, Verkaufszahlen und Endzeit mit den tatsächlichen Daten überein?
- Werden auf mobilen Geräten weder der Schließen-Button noch wichtige Inhalte verdeckt?
- Ist die Nutzung mit Tastatur und Screenreader möglich?
- Haben sich Seitengeschwindigkeit und visuelle Stabilität nicht verschlechtert?
- Gibt es eine Kontrollgruppe, und werden inkrementelle Conversions und inkrementeller Gewinn gemessen?
- Werden auch Rabattkosten, Retourenquote und die Zunahme von Kundenanfragen geprüft?
- Werden keine unnötigen personenbezogenen Daten erhoben oder an Analysetools gesendet?
- Sind Bedingungen für das Kampagnenende und verantwortliche Personen festgelegt?

## Zusammenfassung der Kernpunkte

Ausgangspunkt des On-site-Marketings sind nicht mehr Pop-ups, sondern die Erkenntnis, in welcher Phase und aus welchem Grund Besucher stehen bleiben. Ein möglicher Ansatz besteht darin, zunächst über Vorteile zu informieren, Entscheidungen auf Grundlage von Fakten zu unterstützen, die Suche zu vereinfachen, relevante Produkte vorzuschlagen und schließlich lösbare Ursachen für Abbrüche zu beseitigen.

Die Leistung sollte nicht anhand des nach einer Nachrichteneinblendung erzielten Umsatzes beurteilt werden, sondern anhand der zusätzlichen Conversions und Gewinne gegenüber der Kontrollgruppe. Werden darüber hinaus Seitenleistung, Barrierefreiheit, Datenschutz und Kundenvertrauen als Schutzkennzahlen einbezogen, ist eine nachhaltige Verbesserung möglich.

## FAQ

### Was ist der Unterschied zwischen Onsite-Marketing und Offsite-Marketing?
Offsite-Marketing umfasst Maßnahmen, mit denen über externe Kanäle wie Werbung, Suchmaschinen und soziale Medien Besucher gewonnen werden. Onsite-Marketing umfasst Maßnahmen zur Verbesserung des internen Nutzererlebnisses, damit Besucher nach dem Aufrufen der Website Informationen erkunden und Handlungen wie einen Kauf, eine Beratung oder eine Registrierung abschließen.

### Sind Onsite-Marketing und Conversion-Rate-Optimierung dasselbe Konzept?
Sie sind nicht völlig identisch. Onsite-Marketing bezeichnet Interventionen, die Besuchern präsentiert werden, etwa Pop-ups, Empfehlungen, Banner und Beratungsangebote. Die Conversion-Rate-Optimierung ist ein umfassenderer Prozess, der auch die Datenauswertung, die Formulierung von Hypothesen, Experimente, Analysen und wiederholte Verbesserungen einschließt.

### Erhöhen Pop-ups tatsächlich die Conversion-Rate?
Wenn sie zum Besuchskontext und zur Botschaft passen, können sie hilfreich sein, doch es gibt keinen festen Effekt, der für alle Websites gilt. Man sollte nicht sämtliche Käufe von Kunden, die das Pop-up gesehen haben, als dessen Erfolg verbuchen, sondern die inkrementellen Conversions durch den Vergleich mit einer zufälligen Kontrollgruppe messen, die das Pop-up nicht sieht.

### Wann werden Countdown-Anzeigen und Hinweise auf knappe Lagerbestände problematisch?
Wenn sie nicht mit der tatsächlichen Endzeit oder den Bestandsdaten übereinstimmen, können sie eine manipulative Gestaltung darstellen. Gefälschte Countdowns, die bei jeder Aktualisierung neu starten, unbelegte Angaben zur Anzahl der Betrachter und falsche Kaufbenachrichtigungen sollten nicht verwendet werden.

### Kann man auch mit wenigen Produktdaten personalisierte Empfehlungen anbieten?
Das ist möglich, allerdings können regelbasierte Empfehlungen geeigneter sein als ausgefeilte AI-Empfehlungen. Man schlägt anhand von Kategorie, Kompatibilität, Preisspanne und Lagerbestand relevante Produkte vor und prüft verhaltensbasierte Empfehlungen, nachdem genügend Ansichts- und Bestelldaten gesammelt wurden.

### Ist Onsite-Marketing erfolgreich, wenn der durchschnittliche Bestellwert steigt?
Das lässt sich nicht allein anhand des durchschnittlichen Bestellwerts beurteilen. Da die Conversion-Rate durch Vorschläge für höherpreisige Produkte und Sets sinken oder die Kosten für Rabatte, Versand und Rücksendungen steigen können, sollten auch der Umsatz pro Besucher, der Deckungsbeitrag sowie die Storno- und Rücksendequote geprüft werden.

### Wann sollten Warenkorbbenachrichtigungen angezeigt werden?
Es gibt keinen festen Zeitpunkt, der für alle Websites gilt. Man sollte die durchschnittliche Überlegungszeit für das Produkt, die Dauer des Bezahlvorgangs und das Besucherverhalten analysieren, daraus eine Hypothese ableiten und diese anschließend testen. Zu frühe Benachrichtigungen können die normale Erkundung beeinträchtigen.

### Was sind die wichtigsten Leistungskennzahlen für Onsite-Kampagnen?
Je nach Ziel können die Conversion-Rate, der Umsatz pro Besucher, der durchschnittliche Bestellwert, die Rate verbundener Käufe empfohlener Produkte und die Abschlussquote von Beratungen verwendet werden. Auch Rabattkosten, Rücksendequote, Absprungrate, Seitenleistung und Kundenbeschwerden sollten als Schutzkennzahlen mitverfolgt werden.

### Wie unterscheiden sich die Methoden zur Verhinderung von Abbrüchen auf Mobilgeräten und Desktop-Computern?
Auf Desktop-Computern kann das Signal genutzt werden, dass sich der Mauszeiger zum oberen Rand des Browsers bewegt; auf Mobilgeräten gibt es jedoch kein entsprechendes Zeigersignal. Da dort indirekte Signale wie das Zurückgehen oder Inaktivität verwendet werden, ist besonders auf Fehlinterpretationen und das Verdecken des Bildschirms zu achten.

### Warum ist Barrierefreiheit im Onsite-Marketing wichtig?
Wenn Pop-ups oder schwebende Elemente die Tastaturnavigation, die Nutzung von Screenreadern oder die Vergrößerung von Inhalten behindern, können manche Besucher Informationen nicht abrufen oder den Bezahlvorgang nicht abschließen. Barrierefreiheit wirkt sich nicht nur auf die Nutzbarkeit, sondern auch direkt auf Conversions und das Kundenvertrauen aus.

## Sources

- [Baymard Institute: Statistiken zur Warenkorbabbruchrate](https://baymard.com/lists/cart-abandonment-rate)
- [Google Analytics 4: E-Commerce-Messung](https://developers.google.com/analytics/devguides/collection/ga4/ecommerce)
- [Google Search Central: Core Web Vitals](https://developers.google.com/search/docs/appearance/core-web-vitals)
- [W3C: Kurzreferenz zu den Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.2](https://www.w3.org/WAI/WCAG22/quickref/)
- [Federal Trade Commission: Dark Patterns ans Licht bringen](https://www.ftc.gov/reports/bringing-dark-patterns-light)

## Images

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