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title: "Proteinzufuhr bei chronischer Nierenkrankheit: Warum man sie weder pauschal reduzieren noch möglichst viel Protein essen sollte"
locale: de
category: knowledge_base
category_name: "Wissensdatenbank"
translation_status: reviewed
license: cc_by
author: "injoys"
source_url: https://injoys.com/en/articles/protein-intake-in-chronic-kidney-disease
published_at: 2026-08-17T19:15:54+09:00
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# Proteinzufuhr bei chronischer Nierenkrankheit: Warum man sie weder pauschal reduzieren noch möglichst viel Protein essen sollte

> Bei chronischer Nierenkrankheit ist es weder allgemein richtig, die Proteinzufuhr pauschal zu reduzieren, noch bis zur zulässigen Obergrenze nach Belieben Protein zu essen. Da sich der Bedarf von Patienten ohne Dialyse und Dialysepatienten unterscheidet, müssen Nierenfunktion, Ernährungszustand, Gewichtsveränderungen und Behandlungsplan gemeinsam beurteilt werden.

## Key Points

- Erwachsene mit chronischer Nierenkrankheit ohne Dialyse sollten im Allgemeinen eine übermäßig proteinreiche Ernährung vermeiden, aber nicht eigenmächtig mit einer extrem proteinarmen Ernährung beginnen.
- Das Ziel für die Proteinzufuhr bei Erwachsenen mit chronischer Nierenkrankheit hängt vom Krankheitsstadium ab und sollte daher beim behandelnden medizinischen Fachpersonal oder anhand aktueller offizieller Leitlinien überprüft werden.
- Während der Dialyse können Protein und Aminosäuren verloren gehen, weshalb Dialysepatienten in der Regel mehr Protein benötigen als Patienten ohne Dialyse.
- Bei Gebrechlichkeit, Sarkopenie, Gewichtsverlust oder unzureichender Nahrungsaufnahme können die Ziele so angepasst werden, dass die Wiederherstellung des Ernährungszustands Vorrang vor dem Schutz der Nieren hat.
- Die individuelle Zielmenge sollte nicht allein anhand des tatsächlichen Körpergewichts festgelegt werden, sondern Dialysestatus, Standardgewicht, Protein im Urin, Diabetes und Ernährungszustand berücksichtigen.

Für Menschen mit chronischer Nierenkrankheit ist Eiweiß kein Nährstoff, der sich einfach als „gut“ oder „schlecht“ einordnen lässt. Eine zu hohe Zufuhr kann die Ausscheidung stickstoffhaltiger Abfallprodukte erschweren und den Druck in den Glomeruli erhöhen. Eine zu geringe Zufuhr steigert dagegen das Risiko für Muskelabbau und Mangelernährung.

Damit die Aussage „Man sollte möglichst viel Eiweiß essen“ sinnvoll ist, muss sie daher bedeuten, **innerhalb des vom Behandlungsteam individuell festgelegten Zielbereichs eine ausreichende Menge aufzunehmen**. Es kann gefährlich sein, dies so zu verstehen, dass man unbedingt bis zur zulässigen Obergrenze essen oder sich eiweißreich ernähren sollte.

## Zunächst das Fazit: Eiweiß entsprechend der Zielmenge aufnehmen

Bei der Ernährung bei chronischer Nierenkrankheit kommt es weder auf eine pauschale Einschränkung noch auf eine maximale Eiweißzufuhr an, sondern darauf, **sowohl eine Überversorgung als auch einen Mangel zu vermeiden**.

- Chronische Nierenkrankheit ohne Dialyse: Eine übermäßig eiweißreiche Ernährung sollte vermieden werden, wobei die Geschwindigkeit des Nierenfunktionsverlusts und die Ansammlung von Abfallprodukten berücksichtigt werden müssen.
- Hämodialyse oder Peritonealdialyse: Aufgrund des Verlusts von Eiweiß und Aminosäuren während der Dialyse sowie des Entzündungszustands kann der Bedarf erhöht sein.
- Gebrechlichkeit, Sarkopenie oder Untergewicht: Ernährungsschäden durch eine übermäßige Einschränkung können das größere Problem darstellen.
- Erholung nach einer akuten Erkrankung oder Operation: Die üblichen Zielwerte für stabile Krankheitsphasen lassen sich nur schwer unverändert anwenden.

Das praktische Ziel, „bei jeder Mahlzeit auf Eiweiß zu achten“, ist also sinnvoll. Die Menge pro Mahlzeit und die tägliche Gesamtmenge müssen jedoch im Rahmen der individuellen Vorgaben festgelegt werden.

## Warum unterscheiden sich die Empfehlungen zur Eiweißzufuhr?

Wenn ein Arzt sagt, man solle „weniger Eiweiß essen“, und zugleich davor warnt, „zu wenig zu essen“, ist das kein Widerspruch. Die Empfehlungen dienen dazu, unterschiedliche Risiken zu kontrollieren.

### Warum eine übermäßige Eiweißzufuhr vermieden werden sollte

Beim Abbau von Eiweiß entstehen Harnstoff und andere stickstoffhaltige Abfallprodukte. Wenn die Nierenfunktion abnimmt, verringert sich auch die Fähigkeit, diese Stoffe auszuscheiden. Insbesondere eine anhaltend übermäßige Zufuhr, etwa durch Eiweißpräparate, sehr große fleischreiche Mahlzeiten oder eiweißreiche Diäten, kann für Menschen mit chronischer Nierenkrankheit ohne Dialyse ungeeignet sein.

Welche hohe Eiweißzufuhr Erwachsene mit einer chronischen Nierenkrankheit und Progressionsrisiko vermeiden sollten, muss beim zuständigen Behandlungsteam oder anhand der neuesten offiziellen Leitlinien erfragt werden.

### Warum ein Eiweißmangel vermieden werden sollte

Wird die Eiweißzufuhr zu stark reduziert, können Muskelmasse und Körpergewicht abnehmen und die körperliche Leistungsfähigkeit kann sich verschlechtern. Wenn zugleich insgesamt weniger gegessen wird und damit auch die Energiezufuhr unzureichend ist, nutzt der Körper das aufgenommene Eiweiß eher als Energiequelle statt zur Erhaltung des Gewebes. Hält dieser Zustand an, kann es zu Protein-Energie-Verschwendung oder Mangelernährung kommen.

Vor allem ältere Menschen, Dialysepatienten, Menschen mit vermindertem Appetit und Personen, die in letzter Zeit Gewicht verloren haben, müssen besonders auf die Nebenwirkungen einer Einschränkung achten.

## Eiweißgrundsätze je nach Stadium und Behandlungsstatus

Die folgenden Werte sind Bereiche aus Leitlinien für Patientengruppen und keine individuellen Vorgaben. Bei der tatsächlichen Berechnung kann je nach klinischem Zustand das Standardgewicht oder ein angepasstes Körpergewicht verwendet werden.

| Zustand | Allgemeiner Grundsatz | Wichtige Hinweise zur Einordnung |
|---|---|---|
| Chronische Nierenkrankheit G1–G2 | Eine übermäßige Eiweißzufuhr vermeiden und eine ausgewogene Ernährung beibehalten | G1–G2 werden nicht allein anhand einer niedrigen glomerulären Filtrationsrate diagnostiziert; es sind Hinweise auf eine Nierenschädigung wie Albuminurie erforderlich |
| G3–G5 ohne Dialyse | KDIGO 2024 empfiehlt stabilen Erwachsenen, eine tägliche Zufuhr von etwa 0,8 g pro kg Körpergewicht beizubehalten | Je nach Diabetes, Albuminurie, Adipositas, Gebrechlichkeit und Energiezufuhr kann eine Anpassung erforderlich sein |
| Ärztlich überwachte eiweißarme Ernährung | Einige Leitlinien nennen für bestimmte stabile Patienten ohne Dialyse niedrigere Bereiche | Eine ausreichende Energiezufuhr, Ernährungsberatung und regelmäßige Kontrollen sind erforderlich; dies darf nicht eigenständig durchgeführt werden |
| Hämodialyse oder Peritonealdialyse | Im Allgemeinen ist der Eiweißbedarf höher als bei Patienten ohne Dialyse | Er hängt vom Dialyseverfahren, der Nierenrestfunktion, Entzündungen und dem Appetit ab |
| Gebrechlichkeit, Sarkopenie oder Gewichtsverlust | Ein höherer Zielwert oder eine Lockerung der Einschränkungen kann erforderlich sein | Muskelkraft, Gewichtsverlauf und tatsächliche Nahrungsaufnahme werden gemeinsam beurteilt |
| Akute Erkrankung, Krankenhausaufenthalt oder Erholung nach einer Operation | Die Zielwerte für eine stabile chronische Nierenkrankheit werden nicht unverändert angewendet | Das zuständige Behandlungsteam und die klinische Ernährungsfachkraft berücksichtigen die Schwere der Erkrankung und den Bedarf während der Erholung |

Einige Ernährungsleitlinien empfehlen bestimmten stabilen Patienten ohne Dialyse unter engmaschiger medizinischer Aufsicht niedrigere Eiweißbereiche. Dass sich die Zahlen je nach Leitlinie unterscheiden, liegt an Unterschieden bei den einbezogenen Patientengruppen, beim Vorliegen von Diabetes, beim Umfang der Ernährungsbetreuung und bei der Auslegung der Evidenz. Eine einzelne Zahl aus dem Internet darf nicht auf alle Patienten angewendet werden.

## Wie wird mein persönliches Eiweißziel festgelegt?

Zur Festlegung eines individuellen Zielwerts müssen mindestens die folgenden Informationen geprüft werden.

1. **Dialysestatus und Dialyseverfahren:** Der Bedarf ist bei fehlender Dialyse, Hämodialyse und Peritonealdialyse nicht gleich.
2. **Nierenfunktion und Geschwindigkeit ihrer Veränderung:** Wichtig ist nicht nur die aktuelle geschätzte glomeruläre Filtrationsrate, sondern auch ihre Veränderung im Zeitverlauf.
3. **Albuminurie oder Proteinurie:** Dies sind zentrale Informationen zur Beurteilung der Nierenschädigung und des Progressionsrisikos.
4. **Für die Berechnung verwendetes Körpergewicht:** Bei Ödemen oder Adipositas wird das aktuelle Gewicht möglicherweise nicht unverändert für die Berechnung verwendet.
5. **Ernährungszustand:** Gewichtsverlust in letzter Zeit, Appetit, Muskelmasse, Muskelkraft und Blutuntersuchungen werden gemeinsam beurteilt.
6. **Begleiterkrankungen:** Diabetes, Lebererkrankungen, Infektionen, Krebs, Herzinsuffizienz und Erkrankungen des Verdauungstrakts beeinflussen den Zielwert.
7. **Gesamte Energiezufuhr:** Bei unzureichender Energiezufuhr kann selbst eine angemessene Eiweißmenge nicht richtig zur Erhaltung der Muskulatur genutzt werden.

Das für die Berechnung maßgebliche Körpergewicht und der tägliche Zielwert pro Kilogramm Körpergewicht müssen beim zuständigen Behandlungsteam erfragt werden. Durch Multiplikation beider Werte lässt sich das tägliche Eiweißziel berechnen. Dies veranschaulicht lediglich die Berechnungsmethode und ist keine Vorgabe, die unverändert auf das tatsächliche Körpergewicht von Menschen mit Ödemen oder auf alle Patienten angewendet werden kann.

## So lässt sich „bei jeder Mahlzeit darauf achten“ sicher umsetzen

Wird die tägliche Zielmenge auf die einzelnen Mahlzeiten verteilt, anstatt sie in einer Mahlzeit aufzunehmen, lassen sich die Mahlzeiten leichter planen und die Aufnahme leichter überprüfen.

- Zunächst das tägliche Eiweißziel bei einer klinischen Ernährungsfachkraft oder beim zuständigen Behandlungsteam erfragen.
- Bei verarbeiteten Lebensmitteln zwischen der Portionsgröße in der Nährwertkennzeichnung und der tatsächlich verzehrten Menge unterscheiden.
- Nicht nur Fleisch, sondern auch Fisch, Eier, Tofu, Hülsenfrüchte und Milchprodukte in die Gesamtmenge einrechnen.
- Eiweißpulver, eiweißreiche Getränke und Sportnahrung ebenfalls zur täglichen Gesamtmenge hinzurechnen.
- Die gesamte Zusammenstellung der Mahlzeiten einschließlich Getreideprodukten und Fetten anpassen, damit die Energiezufuhr nicht übermäßig niedrig ist.
- Natrium, Kalium und Phosphor nicht pauschal vollständig einschränken, da die Notwendigkeit einer Einschränkung von den Untersuchungsergebnissen und den Medikamenten abhängt.

Der Eiweißgehalt von Lebensmitteln unterscheidet sich je nach Produkt sowie nach dem Gewicht vor und nach der Zubereitung. Bei verpackten Lebensmitteln sollte die Nährwertkennzeichnung geprüft werden. Für zubereitete Lebensmittel ist es sicherer, von klinischen Ernährungsfachkräften bereitgestellte Lebensmittelaustauschtabellen oder anerkannte Nährwertdatenbanken zu verwenden.

## Ist auch die Art des Eiweißes wichtig?

Die gesamte Eiweißmenge hat Vorrang, doch auch die Herkunft und der Verarbeitungsgrad der Lebensmittel beeinflussen die Qualität der Ernährung. KDIGO empfiehlt Menschen mit chronischer Nierenkrankheit eine abwechslungsreiche Ernährung mit einem hohen Anteil pflanzlicher Lebensmittel und weniger hochverarbeiteten Lebensmitteln.

Hülsenfrüchte und Nüsse liefern Eiweiß, Ballaststoffe und ungesättigte Fette, doch auch ihr Kalium- und Phosphorgehalt muss berücksichtigt werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass unabhängig von den Untersuchungsergebnissen alle pflanzlichen Eiweißquellen verboten werden müssen. Anpassungen sollten anhand des Kaliumwerts, des Dialysestatus, der eingenommenen Medikamente und der Portionsgröße vorgenommen werden.

Verarbeitetes Fleisch kann neben Eiweiß auch viel Natrium und phosphathaltige Zusatzstoffe enthalten. Es ist hilfreich, in der Zutatenliste auf phosphathaltige Zusatzstoffe und den Natriumgehalt zu achten.

## Ein leicht übersehenes Risiko jenseits der Zahlen: Protein-Energie-Verschwendung

Wer nur die Eiweißzufuhr berechnet, kann eine tatsächliche Verschlechterung des Ernährungszustands übersehen. Bei chronischer Nierenkrankheit können verminderter Appetit, Entzündungen, Stoffwechselveränderungen, Ernährungseinschränkungen und Verluste durch die Dialyse zusammenkommen und die Eiweiß- und Energiereserven des Körpers verringern.

Bei den folgenden Veränderungen sollte das Behandlungsteam informiert werden, bevor die Eiweißzufuhr weiter reduziert wird.

- Ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust hält an.
- Die Nahrungsaufnahme hat im Vergleich zu früher deutlich abgenommen.
- Treppensteigen oder das Aufstehen von einem Stuhl ist deutlich schwieriger geworden.
- Arme oder Beine werden dünner oder die Griffkraft nimmt ab.
- Übelkeit, Erbrechen oder Geschmacksveränderungen erschweren eine kontinuierliche Nahrungsaufnahme.
- Die Erholung nach der Dialyse dauert lange oder Wunden heilen schlecht.

Der Ernährungszustand lässt sich nicht anhand eines einzelnen Serumalbuminwerts abschließend beurteilen. Albumin wird auch durch Entzündungen, Infektionen, den Flüssigkeitshaushalt und die Leberfunktion beeinflusst und muss daher gemeinsam mit dem Gewichtsverlauf, Ernährungsprotokollen und der körperlichen Leistungsfähigkeit interpretiert werden.

## Häufige Missverständnisse, die vermieden werden sollten

### „Bei schlechten Nieren muss man sowohl Fleisch als auch Tofu vollständig weglassen“

Das stimmt nicht. Art und Menge der Lebensmittel müssen an die erforderliche Gesamtmenge und die Untersuchungsergebnisse angepasst werden. Werden zahlreiche Lebensmittel pauschal verboten, kann es gleichzeitig zu einer unzureichenden Energie- und Eiweißzufuhr kommen.

### „Zum Erhalt der Muskulatur muss man eiweißreiche Präparate einnehmen“

Der Muskelerhalt hängt nicht allein vom Eiweiß ab. Eine ausreichende Energiezufuhr, sicheres Krafttraining sowie die Behandlung von Entzündungen und Azidose sind ebenfalls erforderlich. Nahrungsergänzungsmittel können neben Eiweiß auch Kalium, Phosphor, Natrium oder pflanzliche Inhaltsstoffe enthalten. Es ist daher sicherer, sie nicht eigenmächtig einzunehmen.

### „Bei hohem Kreatinin muss man die Eiweißzufuhr sofort stark reduzieren“

Kreatinin kann nicht nur von der Nierenfunktion, sondern auch von der Muskelmasse, Dehydrierung, dem kürzlichen Fleischverzehr und Medikamenten beeinflusst werden. Anstatt das Ernährungsziel aufgrund eines einzelnen Werts stark zu verändern, sollten auch die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate, die Albuminurie und die Ergebnisse wiederholter Untersuchungen berücksichtigt werden.

### „Auch nach Beginn der Dialyse sollte man die bisherige eiweißarme Ernährung fortsetzen“

Mit Beginn der Dialyse ändern sich häufig die Ernährungsziele. Werden die bisherigen Einschränkungen unverändert beibehalten, kann das Risiko eines Eiweißmangels steigen. Daher sollte das neue Ziel beim Dialyseteam erfragt werden.

## Fragen für den Arzttermin

Mit den folgenden Fragen lässt sich statt einer vagen Empfehlung, „weniger“ oder „mehr“ zu essen, ein umsetzbarer Plan erstellen.

- Wie viele kg beträgt mein für die Berechnung maßgebliches Körpergewicht?
- Wie viele g beträgt mein tägliches Eiweißziel und wie viel davon sollte ich pro Mahlzeit aufnehmen?
- Liegt der Schwerpunkt meines derzeitigen Ziels eher auf dem Schutz der Nierenfunktion oder auf der Erhaltung des Ernährungszustands?
- Ab welcher Veränderung von Gewicht oder Appetit sollte ich mich erneut beraten lassen?
- Muss ich auch Kalium und Phosphor einschränken oder ist anhand der aktuellen Untersuchungsergebnisse keine Einschränkung erforderlich?
- Darf ich Eiweißpräparate für den Sport oder Trinknahrung zu mir nehmen?

Entscheidend ist weder, Angst vor Eiweiß zu haben, noch unbegrenzt davon zu essen. Ein sicherer Ansatz besteht darin, **die für die aktuelle Behandlungsphase festgelegte Zielmenge ausreichend aufzunehmen und das Ziel erneut anzupassen, wenn sich Gewicht, Muskelkraft oder Untersuchungsergebnisse verändern**.

## FAQ

### Muss man bei chronischer Nierenkrankheit die Proteinzufuhr unbedingt reduzieren?
Nein. Bei chronischer Nierenkrankheit ohne Dialyse ist es wichtig, eine übermäßig hohe Proteinzufuhr zu vermeiden, doch eine zu starke Einschränkung kann zu Muskelabbau und Mangelernährung führen. Die festgelegte Zielmenge sollte unter Berücksichtigung des Dialysestatus, der Nierenfunktion, des Sollgewichts und des Ernährungszustands aufgenommen werden.

### Sollten Menschen mit chronischer Nierenkrankheit möglichst viel Protein zu sich nehmen?
Wenn „möglichst viel“ bedeutet, innerhalb des vom medizinischen Fachpersonal festgelegten Zielbereichs ausreichend Protein zu sich zu nehmen, kann dies angemessen sein. Es wird jedoch nicht empfohlen, viel Fleisch oder Nahrungsergänzungsmittel zu konsumieren, ohne die individuelle Obergrenze zu kennen. Welche hohe Zufuhr vermieden werden sollte, ist beim behandelnden medizinischen Fachpersonal oder in den neuesten offiziellen Leitlinien zu erfragen.

### Wie hoch ist der Richtwert für die Proteinzufuhr bei chronischer Nierenkrankheit ohne Dialyse?
Das Ziel für die Proteinzufuhr bei Erwachsenen mit chronischer Nierenkrankheit ohne Dialyse variiert je nach Krankheitsstadium und sollte daher beim behandelnden medizinischen Fachpersonal oder in den neuesten offiziellen Leitlinien erfragt werden. Einige Ernährungsleitlinien nennen jedoch unter engmaschiger Überwachung einen niedrigeren Bereich; das tatsächliche Ziel hängt von Diabetes, Gewicht, Gebrechlichkeit und Ernährungszustand ab.

### Muss man nach Beginn der Dialyse mehr Protein zu sich nehmen?
Im Allgemeinen ja. Bei der Hämodialyse und Peritonealdialyse können Aminosäuren und Proteine verloren gehen, und auch Entzündungen oder die Stoffwechselbelastung können zunehmen. Daher ist der Bedarf häufig höher als vor der Dialyse. Die genaue Menge muss entsprechend der Dialyseform und dem Ernährungszustand neu festgelegt werden.

### Ist pflanzliches Protein für die Nieren immer besser?
Eine Ernährung mit einem hohen Anteil pflanzlicher Lebensmittel kann hinsichtlich der Ballaststoffe und der allgemeinen Ernährungsqualität Vorteile haben, ist aber nicht für alle Betroffenen uneingeschränkt geeignet. Der Kalium- und Phosphatspiegel im Blut, der Dialysestatus, die Medikamente und die Portionsgröße müssen gemeinsam berücksichtigt werden.

### Darf man Proteinpräparate oder proteinreiche Getränke zu sich nehmen?
Die Entscheidung sollte erst getroffen werden, nachdem die Inhaltsstoffe und die Portionsgröße mit dem behandelnden medizinischen Fachpersonal oder einer Fachkraft für klinische Ernährung abgeklärt wurden. Je nach Produkt können neben Protein auch Kalium, Phosphat, Natrium und pflanzliche Inhaltsstoffe enthalten sein. Herkömmliche Produkte für Sportler entsprechen möglicherweise nicht den Zielen von Menschen mit chronischer Nierenkrankheit.

### Muss man die Proteinzufuhr sofort reduzieren, wenn der Kreatininwert gestiegen ist?
Die Proteinzufuhr sollte nicht allein wegen eines einmaligen Anstiegs des Kreatininwerts stark reduziert werden. Kreatinin wird neben der Nierenfunktion auch von der Muskelmasse, Dehydrierung, dem kürzlichen Verzehr von Fleisch und Medikamenten beeinflusst. Daher sollten auch die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate, die Albuminurie und die Ergebnisse wiederholter Untersuchungen gemeinsam beurteilt werden.

### Welche Anzeichen deuten darauf hin, dass man zu wenig Protein zu sich nimmt?
Es können unbeabsichtigter Gewichtsverlust, eine verringerte Nahrungsaufnahme, nachlassende Muskelkraft, dünner werdende Arme und Beine sowie eine verzögerte Wundheilung auftreten. Bei solchen Veränderungen sollte vor einer weiteren Einschränkung der Proteinzufuhr das medizinische Fachpersonal informiert und die gesamte Kalorienzufuhr sowie der Ernährungszustand beurteilt werden.

## Sources

- [KDIGO 2024 Leitlinie für die klinische Praxis zur Beurteilung und Behandlung chronischer Nierenerkrankungen](https://kdigo.org/guidelines/ckd-evaluation-and-management/)
- [KDOQI-Leitlinie für die klinische Praxis zur Ernährung bei CKD: Aktualisierung 2020](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32829751/)
- [Richtige Ernährung bei chronischer Nierenerkrankung](https://www.niddk.nih.gov/health-information/kidney-disease/chronic-kidney-disease-ckd/eating-nutrition)

## Images

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