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title: "Chronik der koreanischen Lotterie: von Maningye bis Lotto"
locale: de
category: report
category_name: "Bericht"
translation_status: reviewed
license: cc_by
author: "injoys"
source_url: https://injoys.com/en/articles/korean-lottery-history-from-maningye-to-lotto
published_at: 2026-08-04T07:35:50+09:00
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# Chronik der koreanischen Lotterie: von Maningye bis Lotto

> Koreas Lotterien entstanden aus ausgelosten Gemeinschaftsfonds wie dem Maningye der späten Joseon-Zeit und dienten später der Finanzierung des Wiederaufbaus, des Wohnungsbaus und internationaler Veranstaltungen. In den 2000er-Jahren etablierte sich ein integriertes Verwaltungssystem rund um Lotto und den Lotteriefonds.

## Key Points

- Das Maningye der späten Joseon-Zeit ähnelte modernen Lotterien, da gemeinschaftlich Geld gesammelt und ein Teil davon per Los ausgezahlt wurde, war rechtlich jedoch nicht dasselbe System.
- Die Olympia-Förderlose und Wohlfahrtslose aus der Zeit vor und nach der Befreiung waren zweckgebundene Lotterien zur Finanzierung der Sportförderung sowie von Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen.
- Die 1969 eingeführte Wohnungslotterie war Koreas erste regelmäßig veranstaltete Lotterie und machte die Übertragung der Ziehung zu einem Teil der Populärkultur.
- Lotto 6/45 wurde 2002 eingeführt, und die Lotteriekommission nahm 2004 gemäß dem Gesetz über Lotterien und den Lotteriefonds ihre Arbeit auf.
- Von den Lotto-Verkaufserlösen entfallen in der Regel 50 % auf Gewinne, etwa 41 % auf den Lotteriefonds und der Rest unter anderem auf Ausgabe- und Vertriebskosten.

Eine Lotterie ist nicht einfach nur ein Produkt, mit dem Glück gekauft und verkauft wird. Die Geschichte der koreanischen Lotterie reicht von den Gye-Spargemeinschaften der späten Joseon-Zeit, in denen Menschen gemeinsam Geld sammelten, bis hin zu öffentlichen Mitteln für den Wiederaufbau des Staates, den Wohnungsbau, internationale Veranstaltungen und die Unterstützung benachteiligter Bevölkerungsgruppen.

Allerdings unterscheiden sich die alten Gye und moderne Lotterien hinsichtlich ihrer Betreiber und ihres rechtlichen Charakters. Auch bei der Umrechnung historischer Geldbeträge in heutige Werte ist Vorsicht geboten. Dieser Artikel zeichnet die Entwicklung der koreanischen Lotterie anhand überprüfbarer institutioneller Veränderungen und wichtiger Ereignisse nach.

## Zentrale Chronologie nach Epochen

| Zeitraum | Lotterie oder ähnliches System | Wichtigste Merkmale | Typischer Verwendungszweck der Mittel |
|---|---|---|---|
| Späte Joseon-Zeit | Jakbaek-gye, Cheonin-gye, Manin-gye usw. | Viele Menschen legten Geld zusammen, und der Empfänger wurde durch Auslosung bestimmt | Geldumlauf unter den Mitgliedern, in einigen Fällen Finanzierung öffentlicher Aufgaben |
| 1947–1948 | Olympia-Förderlose | Zweckgebundene Lotterie zur Unterstützung der Entsendung einer Mannschaft zu den Olympischen Spielen in London | Finanzierung der Mannschaftskosten |
| Ab 1949 | Wohlfahrtslose, patriotische Lotterien usw. | Befristete Ausgabe für Hilfsmaßnahmen und den Wiederaufbau nach dem Krieg | Sozialhilfe und staatlicher Wiederaufbau |
| 1969 | Wohnungslotterie | Erste regelmäßig ausgegebene Lotterie Koreas | Bau von Wohnungen für einkommensschwache Haushalte und Wohnraumförderung |
| 1980er-Jahre | Olympia-Lotterie | Mit der Vorbereitung internationaler Sportveranstaltungen verbunden | Projekte im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen |
| 1990 | Expo-Lotterie | Rubbellos, bei dem das Ergebnis sofort festgestellt werden konnte | Unterstützung der Weltausstellung Daejeon 1993 |
| 1990er-Jahre | Zahlreiche Lotterien einzelner Institutionen | Ausgabe durch Ministerien und lokale Gebietskörperschaften für unterschiedliche Zwecke | Wohnungsbau, Wissenschaft und Technik, Wohlfahrt, Tourismus usw. |
| 2002 | Lotto 6/45 | Käufer wählten Zahlen, und die Gewinnsumme war an den Umsatz gekoppelt | Aufbau des Lotteriefonds |
| 2004 | Gründung der Lotteriekommission | Einheitliche Verwaltung der Lotteriepolitik und des Fonds | Gesetzlich festgelegte Verteilung und Förderung gemeinnütziger Projekte |

## War das Manin-gye der späten Joseon-Zeit ein Vorläufer moderner Lotterien?

Aus der späten Joseon-Zeit wird von großen Gye-Spargemeinschaften berichtet, die je nach Teilnehmerzahl als Jakbaek-gye, Cheonin-gye oder Manin-gye bezeichnet wurden. Die Mitglieder zahlten einen festgelegten Geldbetrag ein, anschließend wurde der Empfänger durch eine Auslosung bestimmt. Das Manin-gye bezeichnete seinem Namen entsprechend eine auslosungsbasierte Gemeinschaft mit sehr vielen Teilnehmern.

### Ähnlichkeiten mit modernen Lotterien

- Viele Menschen legten kleine Beträge zu einer großen Geldsumme zusammen.
- Der Empfänger wurde nach einem vorher festgelegten Verfahren durch Auslosung bestimmt.
- Das gesammelte Geld wurde nach Abzug der Betriebskosten oder eines bestimmten Anteils ausgezahlt.
- In einigen Aufzeichnungen heißt es, dass an Behörden gezahlte Gelder für regionale Projekte verwendet wurden.

Das Manin-gye darf jedoch nicht als ein mit dem heutigen Lotto völlig identisches System betrachtet werden. Moderne Lotterien werden auf gesetzlicher Grundlage vom Staat ausgegeben oder genehmigt, wobei Umsätze, Gewinne und die Verwendung der Fondsmittel kontrolliert werden. Das Manin-gye beruhte dagegen auf privaten Gye-Organisationen und den damaligen regionalen Gepflogenheiten. Es lässt sich auch nicht mit Sicherheit sagen, dass Gewinnquoten oder öffentliche Abgaben bei allen Manin-gye einheitlich geregelt waren.

### Die Geschichte von An Jung-geun und dem Chaepyo-Unternehmen

In den autobiografischen Aufzeichnungen von An Jung-geun wird berichtet, dass er in seiner Jugend in Jinnampo für ein Geschäft im Zusammenhang mit Chaepyo verantwortlich war. Chaepyo bezeichnete ein lotterieähnliches Produkt, bei dem nummerierte Lose verkauft und je nach Auslosungsergebnis Geld ausgezahlt wurde.

Überliefert ist auch eine Episode, bei der während der Ziehung sämtliche Lose auf einmal herausfielen, woraufhin die Menge protestierte und An Jung-geun die aufgebrachten Teilnehmer beruhigte. Diese Geschichte zeigt, dass groß angelegte Auslosungen damals beträchtliche Menschenmengen anzogen und dass die Fairness der Ziehung sowie das Vertrauen in den Betrieb zentrale Fragen waren. Die konkreten Gespräche und Schilderungen vor Ort sollten jedoch unter Berücksichtigung des autobiografischen Charakters der Aufzeichnungen gelesen werden.

## Zu welchem Zweck wurden Lotterien vor und nach der Befreiung ausgegeben?

Unmittelbar nach der Befreiung stand die koreanische Halbinsel vor der Aufgabe, Rückkehrer anzusiedeln, Versorgungsengpässe zu bewältigen und die Verwaltungsstrukturen wiederaufzubauen. Nach dem Koreakrieg wurden enorme Geldmittel für Hilfsmaßnahmen und die Wiederherstellung von Einrichtungen benötigt. Die Lotterien dieser Zeit waren weniger dauerhaft angebotene Unterhaltungsprodukte als vielmehr befristete Instrumente zur Finanzierung bestimmter Projekte.

### Olympia-Förderlose zur Unterstützung der Spiele in London

Das Koreanische Olympische Komitee gab Olympia-Förderlose aus, um die Kosten für die Entsendung einer Mannschaft zu den Olympischen Spielen 1948 in London zu finanzieren. Damals war es selbst schwierig, die Reise- und Aufenthaltskosten der Mannschaft aufzubringen.

Die Mannschaft der Republik Korea nahm als Delegation eines unabhängigen Staates an den Olympischen Spielen in London teil und gewann jeweils eine Bronzemedaille im Gewichtheben und im Boxen. Die Förderlose gelten als repräsentatives Beispiel dafür, wie Lotterien den nationalen Spitzensport und die Teilnahme an internationalen Wettbewerben unterstützten.

Jeon Gyeong-mu, dessen Porträt auf den Förderlosen abgebildet war, war Unabhängigkeitsaktivist und Sportfunktionär. Er setzte sich für die Teilnahme der Republik Korea an den Olympischen Spielen ein, starb jedoch bei einem Flugzeugunglück, als er zu einem Termin mit dem Internationalen Olympischen Komitee unterwegs war.

### Wohlfahrtslose und Lotterien der Nachkriegszeit

Die ab 1949 ausgegebenen Wohlfahrtslose waren zweckgebundene Lotterien zur Finanzierung sozialer Hilfsmaßnahmen. Später kamen weitere Lotterien hinzu, darunter patriotische Lotterien, die mit dem Wiederaufbau des Staates oder bestimmten gemeinnützigen Projekten verbunden waren.

Die damaligen Verkaufspreise und Gewinne dürfen nicht einfach in heutige Geldwerte umgerechnet werden. Nach der Befreiung kam es zu starken Preisschwankungen und Änderungen der Währungseinheiten; auch die Konsumstruktur unterschied sich erheblich von der heutigen. Eine Einschätzung, die der damaligen Kaufkraft nahekommt, ist nur durch Vergleiche mit Löhnen, Reispreisen, Wohnungspreisen und ähnlichen Größen jener Zeit möglich, nicht allein anhand der Nominalbeträge.

## Wie die Wohnungslotterie von 1969 den Alltag veränderte

Die am 15. September 1969 erstmals ausgegebene Wohnungslotterie gilt als erste regelmäßig veranstaltete Lotterie Koreas. Anders als frühere Lotterien, die nur vorübergehend für bestimmte Projekte ausgegeben worden waren, wurde sie in festgelegten Abständen fortlaufend verkauft.

Die erste Wohnungslotterie wurde von der Korea Housing Bank ausgegeben. Ein Los kostete 100 Won, der Hauptgewinn betrug 3 Millionen Won. Die Einnahmen der Wohnungslotterie wurden für Wohnraumförderungsprojekte verwendet, darunter Wohnungen für einkommensschwache Haushalte und Mietwohnungen.

### „Machen Sie sich bereit und schießen Sie“ und die öffentliche Ziehung

Die Ziehung der Wohnungslotterie wurde im Fernsehen übertragen. Weithin bekannt wurden das Verfahren, bei dem eine Scheibe mit Zahlen gedreht und anschließend mit einem Pfeil die Gewinnzahl bestimmt wurde, sowie der Moderationssatz „Machen Sie sich bereit und schießen Sie“.

Diese Sendung bewirkte drei Veränderungen.

1. Der Ziehungsvorgang wurde öffentlich gezeigt, sodass seine Fairness mit eigenen Augen überprüft werden konnte.
2. Die Lotterieziehung wurde zu einem regelmäßigen Fernsehformat.
3. Die Lotterie wurde sowohl als Instrument zur Finanzierung staatlicher Aufgaben als auch als alltägliche Unterhaltung wahrgenommen.

Die Wohnungslotterie wurde anfangs monatlich ausgegeben, ab 1972 jedoch auf eine Ausgabe pro Woche ausgeweitet. Auch der Hauptgewinn stieg von 3 Millionen Won im Jahr 1969 über die 1970er- und 1980er-Jahre hinweg deutlich an. Dafür waren das Wirtschaftswachstum, die Inflation, Veränderungen der Wohnungspreise und die Notwendigkeit der Verkaufsförderung gemeinsam verantwortlich.

Nach offiziellen Angaben zur Lotteriegeschichte wurde die Wohnungslotterie bis zur Einführung der Olympia-Lotterie im Jahr 1983 insgesamt 574-mal ausgegeben. Sie unterstützte Wohnungsbauprojekte für rund 45.000 Haushalte, darunter hochwassergeschädigte Wohnungen, Mietwohnungen und Wohnungen für Personen mit Verdiensten um den Staat.

## Warum nahmen Rubbellose in den 1990er-Jahren zu?

Die 1990 eingeführte Expo-Lotterie war ein Rubbellos zur Unterstützung der Weltausstellung Daejeon 1993. Anders als bei herkömmlichen Ziehungslotterien konnte direkt am Verkaufsort festgestellt werden, ob ein Los gewonnen hatte, indem seine Oberfläche freigerubbelt wurde.

Rubbellose beseitigten die Wartezeit bis zum Ergebnis und schufen ein neues Konsumerlebnis, bei dem innerhalb kurzer Zeit wiederholt Lose gekauft werden konnten. Nach dem Erfolg der Expo-Lotterie kamen verschiedene Formen von Rubbellosen und kombinierten Ziehungsprodukten auf den Markt.

In den 1990er-Jahren betrieben Ministerien und lokale Gebietskörperschaften Lotterien für unterschiedliche Zwecke wie Wohnungsbau, Wissenschaft und Technik, Wohlfahrt und Tourismus. Dies hatte den Vorteil, die Finanzierungsbasis zweckgebundener Projekte zu verbreitern, führte jedoch auch zu folgenden Problemen:

- Durch die übermäßig große Zahl von Ausgabestellen und Produkten wurde das Verwaltungssystem zersplittert.
- Bei der Auswahl von Betreibern kam es zu Kontroversen über Begünstigungen.
- Die Bildung und Verwendung der Fondsmittel ließ sich nur schwer einheitlich nachvollziehen.
- Es wurde kritisiert, dass der Wettbewerb zwischen den Lotterien eine Ausweitung des Verkaufs begünstigen könne.

Diese Probleme bildeten später den Hintergrund für die Zusammenführung des Lotteriegeschäfts und der Fonds in einem einheitlichen gesetzlichen Rahmen.

## Der Lotto-Boom von 2002 und der Gewinn von 40,7 Milliarden Won

Lotto 6/45 wurde ab Dezember 2002 verkauft. Die Käufer wählen 6 Zahlen zwischen 1 und 45. Stimmen alle mit den 6 gezogenen Zahlen überein, wird der erste Rang gewonnen.

Die theoretische Wahrscheinlichkeit für eine Gewinnkombination im ersten Rang stellt sich wie folgt dar:

- Mögliche Kombinationen aus 6 Zahlen: 8,145,060
- Wahrscheinlichkeit für den ersten Rang: 1 zu 8,145,060

In der Anfangszeit schwankte der Hauptgewinn des Lotto je nach Umsatz und Zahl der Gewinner stark. Auch Übertragungen des Jackpots erhöhten das öffentliche Interesse. Bei der 19. Ziehung im April 2003 erhielt ein einzelner Gewinner des ersten Ranges rund 40,7 Milliarden Won. Dieser Rekord wurde zu einem Symbol des Lotto-Booms.

Die Lotteriekommission wurde nicht gleichzeitig mit der Einführung des Lotto gegründet. Lotto kam bereits 2002 auf den Markt. Die Lotteriekommission nahm dagegen 2004 auf Grundlage des Gesetzes über Lotterien und den Lotteriefonds ihre Arbeit auf und begann, die zuvor zersplitterte Lotteriepolitik und die Fonds einheitlich zu verwalten.

## Wohin fließt das Geld beim Kauf eines Lotterieloses für 1.000 Won?

Die Einnahmen aus dem Lottoverkauf werden nicht vollständig an die Gewinner ausgezahlt. Die übliche Aufteilung eines Verkaufspreises von 1.000 Won wird wie folgt dargestellt:

| Kategorie | Betrag oder Anteil | Bedeutung |
|---|---:|---|
| Gewinne | rund 500 Won, 50% | Verteilung auf die Gewinne der einzelnen Ränge |
| Lotteriefonds | rund 410 Won, 41% | Mittel für die gesetzlich festgelegte Verteilung und gemeinnützige Projekte |
| Ausgabe- und Verkaufskosten | rund 90 Won, 9% | Provisionen der Verkaufsstellen, Betriebskosten usw. |

Die genauen Anteile können je nach Lotterieprodukt und Geschäftsjahr variieren. Für die präzise Aufteilung eines bestimmten Produkts sind daher die offiziellen Unterlagen des betreffenden Jahres heranzuziehen.

Die Grundstruktur der Fondsverteilung nach dem Gesetz über Lotterien und den Lotteriefonds sieht wie folgt aus:

- 35% des Lotteriefonds werden an gesetzlich festgelegte Fonds und Institutionen verteilt.
- Die übrigen 65% werden für gemeinnützige Projekte wie Mietwohnungen, Sozialleistungen für benachteiligte Gruppen, Kulturerbe, Unterstützung von Veteranen und Katastrophenhilfe verwendet.
- Die konkreten Beträge für einzelne Institutionen und Projekte unterscheiden sich je nach dem jährlichen Wirtschaftsplan und Jahresabschluss des Lotteriefonds.

Eine Lotterie ist somit zugleich ein Glücksspielprodukt mit Gewinnchancen und ein System zur Beschaffung öffentlicher Mittel. Die gemeinnützige Verwendung beseitigt jedoch nicht das Risiko, dass Einzelpersonen übermäßig viele Lose kaufen.

## Worauf bei der Auswertung von Verkaufsstatistiken zu achten ist

Bei Lotteriestatistiken muss zwischen dem Gesamtumsatz aller Lotterien, dem Lotto-Umsatz, dem Ausgabevolumen, den tatsächlichen Verkäufen und den gebildeten Fondsmitteln unterschieden werden. Werden unterschiedliche Kennzahlen vermischt, kann der Markt größer oder kleiner erscheinen, als er tatsächlich ist.

Bei der in den vorgelegten Unterlagen enthaltenen Formulierung „Lotto-Umsatz von 5,6562 Billionen Won im ersten Halbjahr 2024“ muss die Zeitangabe im Vergleich zum jährlichen Verkaufstrend erneut überprüft werden. Ohne eine offizielle Statistiktabelle darf nicht abschließend behauptet werden, ob es sich um eine Zahl für das erste Halbjahr oder um den Jahreswert eines früheren Jahres handelt.

Dasselbe gilt für Umfragen zur Wahrnehmung von Lotterien. Der Anteil der Personen, die „einmal im Monat Lose kaufen“, hat eine unterschiedliche Bedeutung, je nachdem, ob er sich auf alle Erwachsenen oder nur auf Personen mit kürzlicher Lotterieerfahrung bezieht. Beim Zitieren von Umfrageergebnissen müssen neben der Stichprobengröße auch der genaue Wortlaut der Frage, die Zielgruppe und der Zeitpunkt der Erhebung geprüft werden.

## Wie Gemeinnützigkeit und Glücksspielcharakter gemeinsam betrachtet werden können

Lotterien haben den Vorteil, Mittel für gemeinnützige Zwecke beschaffen zu können, ohne die Steuern unmittelbar zu erhöhen. Konzentrieren sich die Käufer jedoch auf einkommensschwache Gruppen, können eine im Verhältnis zum Einkommen höhere Belastung und das Risiko exzessiven Spielverhaltens entstehen.

Für ein richtiges Verständnis von Lotterien sind folgende Grundsätze erforderlich:

- Der Kauf von Lotterielosen ist weder eine Investition noch Sparen, sondern kostenpflichtige Unterhaltung mit einer sehr geringen Gewinnwahrscheinlichkeit.
- Methoden zur Vorhersage von Gewinnzahlen können die Wahrscheinlichkeit bei einer zufälligen Ziehung nicht erhöhen.
- Zahlen, die in der Vergangenheit häufig gezogen wurden, erscheinen in der nächsten Ziehung nicht wahrscheinlicher.
- Lotterielose dürfen nicht mit Geld für den Lebensunterhalt, Krediten oder Notfallreserven gekauft werden.
- Die Bildung gemeinnütziger Fonds ist weder ein Grund, den Lotteriekauf zu empfehlen, noch garantiert sie eine Gewinnchance.

Die Geschichte der koreanischen Lotterie spiegelt die finanziellen Bedürfnisse von Staat und Gesellschaft in den jeweiligen Epochen wider. Die Zwecke wandelten sich von den gemeinsamen Geldmitteln der späten Joseon-Zeit über Sport und Hilfsmaßnahmen nach der Befreiung sowie den Wohnungsbau während der Industrialisierung bis hin zur heutigen Wohlfahrtsfinanzierung. Unverändert blieb jedoch der Grundsatz, dass das Vertrauen in die Ziehung und die Transparenz der Mittelverwendung von entscheidender Bedeutung sind.

## FAQ

### War das Maningye eine Lotterie wie das heutige Lotto?
Ähnlich war, dass mehrere Personen Geld einzahlten und der Empfänger durch eine Ziehung bestimmt wurde, rechtlich und institutionell handelte es sich jedoch nicht um dieselbe Art von Lotterie. Das Maningye beruhte auf privaten Gye-Gemeinschaften und regionalen Bräuchen, während das heutige Lotto gemäß dem Gesetz über Lotterien und Lotteriefonds staatlich verwaltet wird.

### Welche Lotterie wurde in Korea erstmals ausgegeben?
Die Antwort hängt davon ab, was man als die erste Lotterie betrachtet. In der späten Joseon-Zeit gab es ziehungsbasierte Gye wie das Maningye, und als frühes Beispiel einer modernen zweckgebundenen Lotterie gelten die Olympia-Förderlose von 1947 bis 1948. Die erste regelmäßig ausgegebene Lotterie war 1969 die Wohnungsbaulotterie.

### Warum wurden die Olympia-Förderlose ausgegeben?
Sie wurden ausgegeben, um unter anderem die Reise- und Aufenthaltskosten der südkoreanischen Mannschaft für die Teilnahme an den Olympischen Spielen 1948 in London zu finanzieren. Es handelte sich um eine zweckgebundene Lotterie, mit der in einer Zeit knapper Staatsfinanzen durch die Beteiligung der Bevölkerung die Kosten für die Entsendung zu einem internationalen Wettbewerb aufgebracht wurden.

### Hat die Lotteriekommission das Lotto eingeführt?
Nein. Lotto 6/45 wurde im Dezember 2002 eingeführt, und die Lotteriekommission nahm 2004 gemäß dem Gesetz über Lotterien und Lotteriefonds ihre Arbeit auf. Danach übernahm sie die gebündelte Verwaltung der zuvor auf verschiedene Stellen verteilten Lotteriepolitik und Lotteriefonds.

### Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, beim Lotto den ersten Preis zu gewinnen?
Beim Lotto 6/45 beträgt die Wahrscheinlichkeit, alle 6 Zahlen richtig zu tippen, 1 zu 8.145.060. Jede reguläre Zahlenkombination hat dieselbe Gewinnwahrscheinlichkeit, und die Häufigkeit früherer Gewinnzahlen verändert die Wahrscheinlichkeit bei der nächsten Ziehung nicht.

### Wie viel von 1.000 Won für ein Lotto-Los fließt in den Lotteriefonds?
Im Allgemeinen werden etwa 500 Won für Gewinne, etwa 410 Won für den Lotteriefonds und etwa 90 Won für Verkaufsprovisionen, Betriebskosten und Ähnliches verwendet. Die genauen Anteile können je nach Produkt und Geschäftsjahr variieren.

### Wofür wird der Lotteriefonds verwendet?
Ein Teil wird gemäß den gesetzlichen Bestimmungen an festgelegte Fonds und Institutionen verteilt, der Rest wird für gemeinnützige Projekte wie Mietwohnungen, die Unterstützung sozial benachteiligter Gruppen, die Unterstützung von Veteranen, das Kulturerbe und Katastrophenhilfe verwendet. Die konkreten Zuweisungsbeträge müssen den jährlichen Fondsbewirtschaftungsplänen und Jahresabschlüssen entnommen werden.

### Da Lotterien gemeinnützige Projekte unterstützen, ist es dann in Ordnung, viele Lose zu kaufen?
Nein. Die Bildung gemeinnütziger Fonds und das Risiko übermäßiger Käufe durch Einzelpersonen sind zwei getrennte Fragen. Lotterien sind keine Investition oder Sparform, sondern ein Glücksspiel mit sehr geringer Gewinnchance. Daher sollten Lose nur für einen kleinen, finanziell verkraftbaren Betrag gekauft werden.

## Sources

- [Lotteriekommission des Ministeriums für Wirtschaft und Finanzen](https://www.bokgwon.go.kr/)
- [Nationales Rechtsinformationszentrum – Gesetz über Lotterien und Lotteriefonds](https://www.law.go.kr/법령/복권및복권기금법)
- [Offizielle Website von Donghaeng Lottery](https://www.dhlottery.co.kr/)
- [Olympics: London 1948](https://olympics.com/en/olympic-games/london-1948)
- [Nationales Kulturerbeportal der Behörde für nationales Kulturerbe](https://www.heritage.go.kr/)

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