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title: "Prüfung kurz vor Inkrafttreten des EU AI Act 2026: Pflichtenübersicht zu Allzweck-KI, Kennzeichnung generierter Inhalte und Cybersicherheit"
locale: de
category: report
category_name: "Bericht"
translation_status: reviewed
license: cc_by
author: "injoys"
source_url: https://injoys.com/en/articles/eu-ai-act-2026-gpai-cybersecurity-labeling
published_at: 2026-07-14T02:40:10+09:00
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# Prüfung kurz vor Inkrafttreten des EU AI Act 2026: Pflichtenübersicht zu Allzweck-KI, Kennzeichnung generierter Inhalte und Cybersicherheit

> Im Vorfeld der ab dem 2. August 2026 geltenden Phase werden die Pflichten des EU AI Act für Allzweck-KI-Modelle, die Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten und Cybersicherheitspläne für hochentwickelte KI in Form einer Checkliste zusammengefasst. Auch Unternehmen außerhalb der EU müssen Dokumentations-, Urheberrechts-, Risikomanagements- und Kennzeichnungspflichten sowie Aufsichtsrisiken prüfen, wenn sie Modelle oder Dienste auf dem EU-Markt anbieten.

## Key Points

- Der 2. August 2026 ist der Zeitpunkt, ab dem die Transparenz- und Kennzeichnungspflichten des EU AI Act sowie die Durchsetzung der Aufsicht über Allzweck-KI in der Praxis an Bedeutung gewinnen.
- Anbieter von Allzweck-KI-Modellen müssen ihre Pflichten zu technischer Dokumentation, Informationen für nachgelagerte Anbieter, Urheberrechtsrichtlinien und der Veröffentlichung einer Zusammenfassung der Trainingsdaten prüfen.
- Für Allzweck-KI-Modelle mit systemischem Risiko gelten zusätzliche Anforderungen an Modellevaluierung, Risikominderung, die Meldung schwerwiegender Vorfälle und Cybersicherheitsmaßnahmen.
- Für KI-generierte oder manipulierte Inhalte können Pflichten zur maschinenlesbaren Kennzeichnung und zur Information der Nutzer gelten.
- Auch Unternehmen außerhalb der EU können der Aufsicht durch das AI Office und den EU-Vorschriften unterliegen, wenn sie Allzweck-KI-Modelle oder damit ausgestattete Dienste auf dem EU-Markt anbieten.

## Überblick

Der EU AI Act tritt um den 2. August 2026 in eine Phase ein, die sich unmittelbar auf die Unternehmenspraxis auswirkt. Dabei rücken insbesondere KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck, die Kennzeichnung generativer KI-Inhalte und das Management von Cybersicherheitsrisiken fortgeschrittener KI gemeinsam in den Vordergrund.

Am 7. Juli 2026 stellte die Europäische Kommission einen neuen Plan zu den Risiken und Chancen vor, die fortgeschrittene KI für die Cybersicherheit mit sich bringt. Dieser steht im Zusammenhang mit der Aufsicht über KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck nach dem AI Act, der Modellbewertung, der Reaktion auf Vorfälle und der Ausrichtung der Zusammenarbeit mit EU-Cybersicherheitsinstitutionen wie ENISA.

Dieses Dokument ist keine Auslegung von Gesetzesbestimmungen, sondern eine Wissensgrundlage für praktische Prüfungen, die auf veröffentlichten Materialien der Europäischen Kommission und des AI Act Service Desk beruht.

## 1. Warum der 2. August 2026 wichtig ist

Der EU AI Act ist kein Gesetz, das vollständig zu einem einzigen Zeitpunkt anwendbar wird, sondern seine Bestimmungen gelten schrittweise. Der 2. August 2026 kann als Zeitpunkt verstanden werden, ab dem sich die folgenden Pflichten umfassend auf den Unternehmensbetrieb auswirken.

| Bereich | Prüfpunkte für 2026 | Von Unternehmen zu klärende Fragen |
|---|---|---|
| KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck | Aufsicht und Durchsetzung durch das AI Office, Dokumentations-, Urheberrechts- und Risikomanagementsysteme | Wird unser Modell auf dem EU-Markt bereitgestellt? Ist es ein KI-Modell mit allgemeinem Verwendungszweck? |
| Kennzeichnung generierter Inhalte | Kennzeichnung und Offenlegung KI-generierter oder manipulierter Texte, Bilder, Audio- und Videoinhalte | Besteht die Gefahr, dass Menschen die Ausgabe fälschlich für einen echten Inhalt halten? |
| Systemische Risiken | Bewertung, Minderung, Meldung von Vorfällen und Cybersicherheit bei hochleistungsfähigen Modellen | Kann das Modell weitreichende Auswirkungen haben oder missbraucht werden? |
| Cybersicherheit | Zugang zu fortgeschrittener KI, Modellbewertung, Zusammenarbeit mit ENISA | Entsprechen Sicherheitstests und der Umgang mit Schwachstellen den regulatorischen Erwartungen? |
| Unternehmen außerhalb der EU | Auch Anbieter aus Drittländern können bei einer Bereitstellung auf dem EU-Markt erfasst sein | Gibt es Nutzer, Kunden oder Vertriebskanäle in der EU? |

Zu beachten ist, dass der Anwendungszeitpunkt der Pflichten für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck und die Übergangsfrist für bestehende Modelle je nach Zeitpunkt ihrer Markteinführung und ihrem rechtlichen Status variieren können. Daher müssen 2026 nicht nur „neue Modelle“, sondern auch Dokumente, Richtlinien und Kennzeichnungsweisen bereits bereitgestellter Modelle erneut geprüft werden.

## 2. Zentrale Begriffe

| Begriff | Bedeutung | Praktische Bedeutung |
|---|---|---|
| KI-Modell mit allgemeinem Verwendungszweck | Ein KI-Modell, das für verschiedene Zwecke und Aufgaben eingesetzt und in mehrere Systeme integriert werden kann | Foundation-Modelle, große Sprachmodelle und multimodale Modelle können darunter fallen |
| GPAI | Abkürzung für General-Purpose AI, ein häufig verwendeter Ausdruck in den Vorschriften des EU AI Act zu KI mit allgemeinem Verwendungszweck | Ausgangspunkt für die Bestimmung der Pflichten von Modellanbietern |
| Systemisches Risiko | Ein Risiko, das durch weitreichende Auswirkungen, schwerwiegende Vorfälle oder Missbrauchsmöglichkeiten umfassende Folgen für Gesellschaft, Wirtschaft und Sicherheit haben kann | Maßstab für zusätzliche Bewertungs-, Minderungs- und Meldepflichten |
| AI Office | Institution, die auf EU-Ebene eine zentrale Rolle bei der Durchsetzung des AI Act und der Aufsicht über KI mit allgemeinem Verwendungszweck spielt | Zentrale Aufsichtsstelle für Anbieter von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck |
| Kennzeichnung generierter Inhalte | Kennzeichnung, durch die Menschen oder Maschinen erkennen können, dass Inhalte von KI generiert oder manipuliert wurden | Zentral bei der Veröffentlichung von Deepfakes, synthetischen Bildern und KI-generierten Texten |

## 3. Grundpflichten der Anbieter von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck

Anbieter von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck sind nicht bloß Anwendungsanbieter, sondern Akteure, die das Modell selbst entwickeln, bereitstellen und anbieten. Wenn sie ein Modell auf dem EU-Markt bereitstellen oder dessen Integration in Dienste innerhalb der EU ermöglichen, müssen sie die folgenden Pflichten prüfen.

| Pflicht | Inhalt | Beispiele für erforderliche Ergebnisse | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Erstellung technischer Dokumentation | Dokumentation von Entwicklung, Training, Tests, Leistung und Grenzen des Modells | Modellkarte, technische Dokumentation, Bewertungsbericht | Grundlage für die Beantwortung von Anfragen der Aufsichtsbehörden |
| Informationen für nachgelagerte Anbieter | Bereitstellung der erforderlichen Informationen für Unternehmen, die das Modell in ein KI-System integrieren | Integrationsleitfaden, Nutzungsbeschränkungen, Risikoinformationen | Muss in B2B-Verträgen und API-Dokumentationen berücksichtigt werden |
| Richtlinie zur Einhaltung des Urheberrechts | Ausarbeitung einer Richtlinie zur Einhaltung des EU-Urheberrechts | Richtlinie zur Datenerhebung, Verfahren zur Bearbeitung von Anfragen der Rechteinhaber | Mit der Governance von Trainingsdaten verbunden |
| Veröffentlichung einer Zusammenfassung der Trainingsinhalte | Veröffentlichung einer hinreichend detaillierten Zusammenfassung der für das Training verwendeten Inhalte | Zusammenfassung auf Grundlage einer Vorlage der Europäischen Kommission | Ausgewogenheit zwischen Geschäftsgeheimnissen und Transparenz erforderlich |
| Aufbewahrung von Aufzeichnungen und Reaktion | Führung interner Aufzeichnungen, um auf Anfragen und Untersuchungen der Aufsichtsbehörden reagieren zu können | Dokumentenmanagementsystem, Benennung von Verantwortlichen | Die Möglichkeit eines nachträglichen Nachweises ist wichtig |

### Auch Open-Source-Modelle sind nicht vollständig ausgenommen

Der AI Act kann für freie und quelloffene KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck, die bestimmte Bedingungen erfüllen, teilweise Erleichterungen vorsehen. Alle Pflichten entfallen jedoch nicht allein deshalb, weil ein Modell Open Source ist. Insbesondere müssen die Urheberrechtsrichtlinie, die Zusammenfassung der Trainingsinhalte und zusätzliche Pflichten für Modelle mit systemischem Risiko gesondert geprüft werden.

## 4. Zusätzliche Anforderungen an KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck und systemischem Risiko

Für fortgeschrittene KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck ist eine strengere Kontrolle erforderlich als für gewöhnliche Modelle. Der EU AI Act behandelt insbesondere „KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck und systemischem Risiko“ gesondert.

### Faktoren zur Bestimmung systemischer Risiken

Nach veröffentlichten EU-Materialien stehen systemische Risiken mit folgenden Faktoren in Zusammenhang:

- Sehr hohe Leistungsfähigkeit oder weitreichender Einfluss
- Möglichkeit einer Verbreitung über zahlreiche Nutzer und Branchen hinweg
- Missbrauchsmöglichkeiten für Cyberangriffe, biologische, chemische oder physische Gefahren sowie Manipulation und Desinformation
- Möglichkeit großer gesellschaftlicher Schäden bei einem schwerwiegenden Vorfall
- In den Rechtsvorschriften festgelegte Kriterien wie ein sehr großer Rechenaufwand oder eine Einstufung durch die Kommission

### Übersicht über zusätzliche Pflichten

| Zusätzliche Pflicht | Beschreibung | Praktische Prüfung |
|---|---|---|
| Modellbewertung | Systematische Bewertung der Leistung, Grenzen und Risiken des Modells | Gibt es sowohl Bewertungen vor der Markteinführung als auch danach? |
| Adversariale Tests | Prüfung von Missbrauchsszenarien wie Fehlgebrauch, Jailbreaking und der Ausführung gefährlicher Anweisungen | Werden Red-Team- und Sicherheitstests dokumentiert? |
| Risikobewertung und -minderung | Technische und betriebliche Maßnahmen zur Verringerung festgestellter systemischer Risiken | Gibt es Sicherheitsfilter, Zugangsbeschränkungen, Monitoring und Nutzungsrichtlinien? |
| Nachverfolgung und Meldung schwerwiegender Vorfälle | Dokumentation und Meldung schwerwiegender Vorfälle und Korrekturmaßnahmen | Gibt es Kriterien zur Klassifizierung von Vorfällen und Meldeverfahren? |
| Cybersicherheitsschutz | Schutz von Modell, Gewichten, API sowie Trainings- und Bereitstellungsinfrastruktur | Gibt es Schutz vor Modelldiebstahl, Prompt-Angriffen und Datenlecks? |

## 5. Pflichten zur Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten

Einer der Bereiche, auf den Unternehmen ab dem 2. August 2026 besonders achten müssen, ist die Kennzeichnung KI-generierter oder manipulierter Inhalte. Die Transparenzpflichten des AI Act konzentrieren sich darauf, Fehlvorstellungen zu verringern, wenn Nutzer mit KI interagieren oder auf KI-generierte Inhalte stoßen.

| Gegenstand | Erforderliche Maßnahme | Beispiel |
|---|---|---|
| Von KI generierte Bilder, Audio- und Videoinhalte | Es muss ermöglicht werden, sie als künstlich erzeugt oder manipuliert zu kennzeichnen | Synthetische Personenbilder, KI-Stimmen, Deepfake-Videos |
| Generative Texte | Bei Verwendung zur Information über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse ist eine Transparenzprüfung erforderlich | Nachrichtenähnliche Zusammenfassungen, automatisch generierte Texte zu Wahlen oder öffentlicher Politik |
| Interaktion mit KI | Nutzer müssen erkennen können, dass sie mit einem KI-System interagieren | Chatbots, automatische Antworten im Kundendienst, Sprachagenten |
| Offenlegung von Deepfakes | Anbieter oder Nutzer können verpflichtet sein, auf die Manipulation hinzuweisen | Synthetische Videos von Prominenten, synthetische Inhalte, die wie reale Ereignisse wirken |

### Kernpunkte der praktischen Umsetzung

- Bei der Kennzeichnungsweise sollten sowohl für Menschen sichtbare Hinweise als auch maschinenlesbare Wasserzeichen und Metadaten berücksichtigt werden.
- Die Kennzeichnung muss eindeutig sein, ohne den Zweck des Inhalts zu beeinträchtigen.
- Auch wenn Ausnahmen oder Erleichterungen möglich sind, ist es sicherer, die Grundlage der internen Entscheidung zu dokumentieren.
- Auch Inhalte für Marketing, Kundendienst, Bildung und Sicherheitsschulungen können der Kennzeichnungspflicht unterliegen.

## 6. Bedeutung des EU-Plans zur Cybersicherheit fortgeschrittener KI vom Juli 2026

Am 7. Juli 2026 stellte die Europäische Kommission einen neuen Plan zu den Risiken und Chancen vor, die fortgeschrittene KI für die Cybersicherheit mit sich bringt. Dieser Plan betrachtet KI nicht nur als Regulierungsgegenstand, sondern verfolgt einen Ansatz, bei dem sie zur Stärkung der Cyberabwehr eingesetzt und gleichzeitig die Sicherheitsrisiken fortgeschrittener KI selbst gesteuert werden.

### Warum dies wichtig ist

| Thema | Bedeutung | Auswirkungen auf Unternehmen |
|---|---|---|
| Zugang zu fortgeschrittener KI | Ausrichtung darauf, Sicherheitsforschern und Verteidigungsakteuren die Nutzung neuester KI-Fähigkeiten zu ermöglichen | Zugang für Sicherheitstests, Forschungskooperationen und Verfahren zur verantwortungsvollen Offenlegung erforderlich |
| Modellbewertung | Bewertung, ob fortgeschrittene KI Cyberangriffe verstärken kann | Bewertung der Möglichkeiten zur Ausnutzung von Schwachstellen, Automatisierung von Phishing und Unterstützung von Schadsoftware erforderlich |
| Zusammenarbeit mit ENISA | Verstärkte Zusammenarbeit mit der EU-Fachinstitution für Cybersicherheit | Steigende Erwartungen an Sicherheitsstandards, Informationsaustausch und Reaktion auf Vorfälle |
| Gleichzeitige Betrachtung von Risiken und Chancen | KI wird sowohl als Angriffs- als auch als Verteidigungsinstrument verstanden | Sowohl Unternehmen für Sicherheitsprodukte als auch Unternehmen für KI-Modelle sind betroffen |

## 7. Praktische Risiken für Unternehmen außerhalb der EU

Der EU AI Act betrifft nicht nur Unternehmen innerhalb der EU. Auch Unternehmen aus Drittländern, die KI-Modelle oder -Dienste auf dem EU-Markt bereitstellen, können in seinen Anwendungsbereich fallen.

### Fragen, die Unternehmen aus Drittländern klären müssen

1. Können Nutzer in der EU die Modell-API, App oder Plattform verwenden?
2. Integrieren Unternehmenskunden in der EU das Modell in ihre eigenen Dienste?
3. Werden Modellausgaben innerhalb der EU verwendet oder entfalten sie dort Auswirkungen?
4. Ist ein Vertreter oder eine Kontaktstruktur innerhalb der EU erforderlich?
5. Können Trainingsdaten, Urheberrecht, personenbezogene Daten und Sicherheitsdokumente nach EU-Standards erläutert werden?
6. Wurde die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte in die Produkt-UI und API-Antworten integriert?
7. Gibt es ein Verfahren zur Kommunikation mit EU-Aufsichtsbehörden, wenn ein schwerwiegender Vorfall eintritt?

### Vertragsrisiken

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Kunden in der EU von Modellanbietern mehr Informationen verlangen werden, um den AI Act einzuhalten. Daher sollten API-Bedingungen, Unternehmensverträge, Dokumente zur Datenverarbeitung und Sicherheitsanhänge die folgenden Punkte berücksichtigen.

- Verwendungszweck und Beschränkungen des Modells
- Verbotene oder eingeschränkte Anwendungsfälle
- Risikohinweise und Sicherheitsfunktionen
- Unterstützung bei der Kennzeichnung generierter Inhalte
- Verfahren zur Meldung von Sicherheitsvorfällen
- Erläuterungen zu Urheberrecht und Trainingsdaten
- Umfang der Informationen, die für die regulatorische Compliance nachgelagerter Anbieter erforderlich sind

## 8. Checkliste für Unternehmen

### A. Modellklassifizierung

- [ ] Wir haben klassifiziert, ob unser Produkt ein KI-System, ein KI-Modell mit allgemeinem Verwendungszweck oder beides ist.
- [ ] Wir haben geprüft, ob das Modell auf dem EU-Markt bereitgestellt wird.
- [ ] Wir haben die Open-Source-Bereitstellung und die tatsächliche Möglichkeit einer Ausnahme gesondert geprüft.
- [ ] Wir haben die Möglichkeit eines systemischen Risikos bewertet.

### B. Dokumentation

- [ ] Wir halten die technische Dokumentation auf dem neuesten Stand.
- [ ] Wir dokumentieren die Ergebnisse und Grenzen der Modellbewertung.
- [ ] Wir stellen nachgelagerten Anbietern die erforderlichen Informationen bereit.
- [ ] Wir bereiten eine Vorlage zur Veröffentlichung der Zusammenfassung der Trainingsinhalte vor.
- [ ] Wir haben eine Richtlinie zur Einhaltung des Urheberrechts erstellt.

### C. Kennzeichnung und Transparenz

- [ ] Wir haben Kriterien für die Kennzeichnung KI-generierter Bilder, Stimmen, Videos und Texte festgelegt.
- [ ] Wir haben eine geeignete Kennzeichnungsweise über UI, API, Metadaten oder Wasserzeichen konzipiert.
- [ ] Wir haben geprüft, ob für Deepfakes oder Texte zu Informationen von öffentlichem Interesse ein gesonderter Hinweis erforderlich ist.
- [ ] Wenn wir eine Ausnahme von der Kennzeichnung anwenden, dokumentieren wir die Entscheidungsgrundlage.

### D. Cybersicherheit

- [ ] Wir haben die Schutzmaßnahmen für Modellgewichte, Trainingsdaten und Bereitstellungsinfrastruktur überprüft.
- [ ] Wir haben Prompt-Injection, Datenlecks, Modelldiebstahl und böswillige Nutzung getestet.
- [ ] Wir betreiben Verfahren für Red-Teaming und Schwachstellenmeldungen.
- [ ] Wir haben Verfahren und Verantwortliche für die Meldung schwerwiegender Vorfälle festgelegt.
- [ ] Wir haben eine Richtlinie für den Zugang von Sicherheitsforschern und die verantwortungsvolle Offenlegung festgelegt.

### E. Governance

- [ ] Wir haben eine für den AI Act zuständige Abteilung benannt.
- [ ] Wir haben die Rollen von Rechts-, Sicherheits-, Produkt-, Daten- und Vertriebsteam aufgeteilt.
- [ ] Wir haben einen Datenraum für die Bearbeitung von Compliance-Anfragen von EU-Kunden eingerichtet.
- [ ] Wir überwachen Aktualisierungen des AI Act Service Desk und der Leitlinien der Europäischen Kommission.

## 9. Kurzes Fazit

Der 2. August 2026 ist der Zeitpunkt, ab dem sich der EU AI Act konkret in Unternehmensdokumenten, Produkt-UIs, Modellbewertungen, Sicherheitsabläufen und Kundenverträgen niederschlägt. Für Anbieter von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck reicht es nicht aus, lediglich technische Dokumentation und eine Urheberrechtsrichtlinie vorzubereiten. Die Kennzeichnung generierter Inhalte, die Bewertung systemischer Risiken, die Meldung schwerwiegender Vorfälle, der Cybersicherheitsschutz und der Umgang mit EU-Kunden müssen in einem einheitlichen regulatorischen Betriebssystem gebündelt werden.

Da fortgeschrittene KI im Bereich der Cybersicherheit zugleich die Fähigkeiten für Angriff und Verteidigung steigert, zeigt die EU eine politische Ausrichtung auf, die auch den Zugang zu Modellen, deren Bewertung und die Zusammenarbeit mit ENISA umfasst. Auch für Unternehmen außerhalb der EU, die mit dem EU-Markt verbunden sind, ist jetzt der Zeitpunkt, interne Checklisten in tatsächliche Betriebsdokumente zu überführen.

## FAQ

### Was ändert sich am 2. August 2026 beim EU AI Act?
Die Kennzeichnungs- und Transparenzpflichten für KI-generierte Inhalte wirken sich nun spürbar auf die betriebliche Praxis von Unternehmen aus. Gleichzeitig nehmen auch die Risiken durch die EU-weite Aufsicht und Durchsetzung in Bezug auf KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck zu. Modellanbieter, Diensteanbieter und EU-Kunden müssen ihre Dokumentations- und Kennzeichnungssysteme überprüfen.

### Wie unterscheiden sich KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck von allgemeinen KI-Systemen?
KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck sind Basismodelle, die für verschiedene Zwecke und Aufgaben wiederverwendet werden können. Allgemeine KI-Systeme entsprechen eher Produkten, die für eine bestimmte Funktion oder Dienstleistung implementiert wurden. Ein Unternehmen kann zugleich Modellanbieter und Anbieter eines KI-Systems sein.

### Müssen auch Unternehmen außerhalb der EU den EU AI Act einhalten?
Er kann Anwendung finden, wenn Modelle, APIs, Apps, Plattformen oder KI-Funktionen auf dem EU-Markt angeboten werden oder Auswirkungen auf Nutzer und Kunden in der EU haben. Daher ist auch bei Unternehmen aus Drittländern wie den USA, Korea und Japan eine Prüfung erforderlich, wenn sie EU-Kunden oder Vertriebswege in der EU haben.

### Welche grundlegenden Pflichten haben Anbieter von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck?
Im Mittelpunkt stehen die Erstellung technischer Dokumentation, die Bereitstellung der erforderlichen Informationen für nachgelagerte Anbieter, eine Strategie zur Einhaltung des EU-Urheberrechts und die Veröffentlichung einer Zusammenfassung der Trainingsinhalte. Auch Dokumente und interne Aufzeichnungen müssen so verwaltet werden, dass Anfragen der Aufsichtsbehörden beantwortet werden können.

### Welche zusätzlichen Anforderungen gelten für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck und systemischem Risiko?
Erforderlich sind Modellbewertungen, adversariale Tests, die Bewertung und Minderung systemischer Risiken, die Nachverfolgung und Meldung schwerwiegender Vorfälle sowie angemessene Cybersicherheitsmaßnahmen. Je leistungsfähiger ein Modell ist und je größer seine Wirkung, desto sorgfältiger muss geprüft werden, ob es in diese Kategorie fällt.

### Müssen KI-generierte Inhalte zwingend gekennzeichnet werden?
Für Bilder, Audioinhalte, Videos und bestimmte Texte, die von KI erzeugt oder manipuliert wurden, können Kennzeichnungs- oder Hinweispflichten gelten. Die konkrete Anwendung hängt von der Art des Inhalts, dem Nutzungskontext, der Frage, ob es sich um Informationen von öffentlichem Interesse handelt, und möglichen Ausnahmen ab.

### Was ist eine maschinenlesbare Kennzeichnung?
Damit sind Methoden gemeint, die es Systemen ermöglichen, KI-generierte Inhalte zu erkennen, etwa Metadaten, Wasserzeichen oder erkennbare Signale, und nicht nur für Menschen sichtbare Hinweise. Bei den Transparenzpflichten des EU AI Act sind solche technischen Kennzeichnungsmittel wichtig.

### Gelten für Open-Source-KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck keine Pflichten?
Nein. Wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, können einige Pflichten zur Bereitstellung von Dokumentation gelockert werden. Die Urheberrechtsstrategie, die Zusammenfassung der Trainingsinhalte und die zusätzlichen Pflichten für Modelle mit systemischem Risiko müssen jedoch weiterhin geprüft werden.

### Warum ist der Cybersicherheitsplan der EU für fortgeschrittene KI vom Juli 2026 wichtig?
Weil fortgeschrittene KI sowohl Cyberangriffe verstärken als auch die Verteidigungsfähigkeit verbessern kann. Die EU hat eine Richtung vorgegeben, um Risiken und Chancen durch Modellbewertungen, den Zugang für Sicherheitsforschung und die Zusammenarbeit mit ENISA gemeinsam zu steuern.

### Womit sollten Unternehmen jetzt beginnen?
Zunächst sollten sie die rechtliche Einstufung ihrer Modelle und Dienste klären und technische Dokumentation, eine Urheberrechtsstrategie, eine Zusammenfassung der Trainingsinhalte, Kriterien zur Kennzeichnung generierter Inhalte, Cybersicherheitstests und Verfahren zur Meldung von Vorfällen vorbereiten. Zudem empfiehlt es sich, den Umfang der für Verträge mit EU-Kunden erforderlichen Informationen entsprechend festzulegen.

## Sources

- [Europäische Kommission: Neuer EU-Plan zur Bewältigung der Risiken und Chancen fortgeschrittener KI in der Cybersicherheit](https://commission.europa.eu/news-and-media/news/new-eu-plan-address-risks-and-opportunities-advanced-ai-cybersecurity-2026-07-07_en)
- [Digitale Strategie der Europäischen Kommission: Leitlinien für Anbieter von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck](https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/guidelines-gpai-providers)
- [AI Act Service Desk: Ressourcen](https://ai-act-service-desk.ec.europa.eu/en/resources)
- [Digitale Strategie der Europäischen Kommission: KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck im KI-Gesetz – Fragen und Antworten](https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/faqs/general-purpose-ai-models-ai-act-questions-answers)

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